Wiener Börse: ATX grenzt Verluste etwas ein

Wien - Die Wiener Börse hat heute, Dienstag, bis Mittag bei moderatem Volumen ihre Verluste etwas eingegrenzt. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.136,39 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 9,06 Punkten bzw. 0,42 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,78 Prozent, FTSE/London +0,67 Prozent und CAC-40/Paris +0,82 Prozent.

Während die übrigen europäischen Aktienmärkte vom Hoffen der Investoren auf eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt wurden, tendierte die Wiener Börse im Minus. Vor allem der freie Fall des Ölpreises hält dabei auch in dieser Woche die Anleger auf Trab. Im Verlauf verbilligte sich der Preis je Barrel Brent-Öl zeitweise um vier Prozent, grenzte sein Minus bis Mittag jedoch deutlich ein. In einem europäischen Branchenvergleich gaben die Öl- und Gaswerte daraufhin als einziger Sektor nach.

An der Wiener Börse geriet die Branche ebenso unter Druck: OMV verloren 2,76 Prozent auf 20,83 Euro. Der Öl- und Gaskonzern will seine Produktion im krisengebeutelten Jemen aufstocken. Geplant sei, die Ölförderung von derzeit durchschnittlich 20.000 auf 30.000 Barrel (159 Liter) pro Tag hochzufahren, sagte der für die Region zuständige OMV-Manager Erwin Kröll.

Auch Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) sanken 2,22 Prozent auf 57,69 Euro. Der Ölfeldausrüster hatte am Vortag mitgeteilt, 2014 aufgrund von Einmaleffekten einen leichten Ergebnisrückgang erlitten zu haben. Das Betriebsergebnis (Ebit) - nach vorläufigen Zahlen - lag vor Einmaleffekten bei 100 Mio. Euro, nach 97,7 Mio. Euro im Jahr 2013. Bereits davor hatten die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für die SBO-Titel von 72,0 auf 46,4 Euro gekappt.

Neben dem Ölpreisverfall bleibt auch die Konjunkturentwicklung Europas weiter ein Sorgenkind der Investoren. Während heute die Zahlen zur italienischen Industrieproduktion im November publiziert wurden, folgen morgen jene für die gesamte EU. In Italien legte der Industrieoutput zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, während Experten lediglich ein Plus von 0,1 Prozent erwartet hatten. Im Jahresvergleich fiel die italienische Industrieproduktion um 1,8 Prozent, während ein Rückgang von 2,7 Prozent prognostiziert worden war.

Mit dem Ölpreis fiel heute wie auch zuletzt der Kurs des russischen Rubel, dem an der Wiener Börse einmal mehr die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) mit minus 2,26 Prozent auf 10,60 Euro in die Verlustzone folgen. Erste Group stiegen demgegenüber um 0,23 Prozent.

Schwächster Wert im prime market waren Valneva mit einem herben Minus von 5,68 Prozent auf 3,82 Euro. Die Biotechfirma plant eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von 45 Mio. Euro. Dabei soll es für jeweils 34 bestehende Stammaktien 11 neue Stammaktien zum Bezugspreis von 2,47 Euro pro Stück geben, wie Valneva mitteilte.

Nicht gehandelt wurden zur Berichtszeit die Aktien von Agrana, die am Vortag bei 72,92 Euro aus dem Handel gegangen waren. Der Agrarkonzern hat wie schon im ersten Halbjahr auch im 3. Geschäftsquartal 2014/15 Einbußen bei Umsatz und Gewinn erlitten. Die Erlöse sanken von 693,7 auf 629,2 Mio. Euro, und der Konzern-Periodengewinn schrumpfte auf 21,1 (33,4) Mio. Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Sitzungsbeginn bei 2.145,41 Punkten, das Tagestief lag gegen 10.20 Uhr bei 2.126,44 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,38 Prozent tiefer bei 1.079,85 Punkten. Im prime market zeigten sich 16 Titel mit höheren Kursen, 19 mit tieferen und keiner unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.184.928 (Vortag: 1.464.436) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 54,832 (44,14) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 265.299 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 11,00 Mio. Euro entspricht.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro