Wien stellt Weichen für Verwaltungsreform - Erste Umsetzungen 2017

Wien will eine breit angelegte Verwaltungsreform angehen. Ziel sind Einsparungen, aber etwa auch einfachere bürokratische Abläufe für Unternehmen und Bürger. Die ersten Ergebnisse eines am Mittwoch gestarteten Ideenfindungsprozesses sollen noch im Sommer vorliegen, die Umsetzung erster Maßnahmen bereits 2017 erfolgen, kündigte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) im APA-Gespräch an.

Durch die steigende Einwohnerzahl stehe die Bundeshauptstadt vor großen Herausforderungen. U-Bahn-Ausbau, neue Schulen und Wohnungen oder die Spitalsreform schlügen sich in Milliardenhöhe nieder, erklärte die Ressortchefin. Gleichzeitig gingen die Einnahmen im Budget infolge der Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren merkbar zurück. Neben einem aufgaben- statt einwohnerorientierten Finanzausgleich - die Verhandlungen mit dem Bund laufen gerade - "müssen wir auch selber unsere Hausaufgaben machen", räumte Brauner ein.
Um sich nicht zuletzt budgetären Handlungsspielraum zu bewahren, sollen nun also sämtliche Strukturen - vom Magistrat über die Aufgabenbereiche aller Stadtratressorts bis hin zu den ausgelagerten Unternehmungen wie Stadtwerke, Wiener Wohnen oder Krankenanstaltenverbund - auf Potenzial in Sachen Effizienz, Sparsamkeit und Vereinfachung durchleuchtet werden. "Es soll alles gegen den Strich gebürstet werden", bat Brauner um rege Beteiligung.
Um diese zu ermöglichen, hat Rot-Grün ein eigenes Instrumentarium aufgesetzt - den Wiener Strukturreform- und Ausgaben-Lenkungsausschuss (WiStA). Dessen Vorsitz hat der Magistratsdirektor, stimmberechtigte Mitglieder sind die Finanzstadträtin Brauner, Personalstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) sowie die vom jeweiligen Bereich betroffenen restlichen Stadträte. Beratend können diverse Bereichsleiter im Rathaus bzgl. in den ausgelagerten Betrieben zugezogen werden.
Dieses Gremium entscheidet, welche Schritte tatsächlich gesetzt werden. Davor werden Führungskräfte wie auch Mitarbeiter aller Teilbereiche der Stadtverwaltung und ausgelagerten Unternehmungen um die Einbringung von Ideen und Vorschlägen über eine interne Online-Plattform gebeten. Der Input wird von einem kleinen Kernteam dann für den Ausschuss als Entscheidungsgrundlage aufbereitet. Tabus soll es dabei keine geben - bis auf eine Ausnahme: Privatisierungen von Wasser oder Öffis sind ein No-Go, stellte Brauner klar.
Niederschlagen sollen sich die ersten Schritte jedenfalls bereits im Budgetvoranschlag 2017, der bis November erstellt wird. Wie viel Ersparnis unterm Strich stehen soll, darauf wollte sich die Finanzressortchefin nicht festlegen. Nur soviel: Eine spürbare Summe solle es schon sein. Wobei: "Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch um Strukturen." Als Beispiele nannte Magistratsdirektor Erich Hechtner etwa Überlegungen, welche Leistungen die Stadt selber erbringen und welche zugekauft werden sollen, inwiefern man die Fülle an Normen etwa für Bauprojekte lichten kann oder wie Behördengänge für Bürger und Arbeitsprozesse für Dienststellen einfacher gestaltet werden können.
Personalkürzungen wird es nach Möglichkeit nicht geben, wurde betont. "Verschiebungen müssen aber möglich sein", präzisierte Hechtner. Große Brocken in Sachen Verwaltungsreform will die Stadt jedenfalls noch in dieser Legislaturperiode schaffen. Wobei betont wurde, dass ein Reformprozess freilich nie abgeschlossen sei. Insofern habe man auch schon bisher laufend Schritte gesetzt, wurde etwa auf die Spitalsreform, die Organisationsstraffung bei Wiener Wohnen oder die vereinfachte Abwicklung von Betriebsanlagengenehmigungen.

Berlin (APA/AFP) - Mehr als tausend Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sowie Unterstützer haben am Mittwoch in der Hauptstadt für den Erhalt der Jobs bei der Airline demonstriert. Verdi-Sprecher Andreas Splanemann sprach am Nachmittag von rund 1.300 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet, das habe die Erwartungen der Gewerkschaft "bei weitem übertroffen".
 

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Air-Berlin-Beschäftigte demonstrieren für Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - Großbanken in der Eurozone sollen maximal vier Jahre Zeit zum Aufbau zusätzlicher Finanzpuffer für den Krisenfall erhalten. Erstmals würden verpflichtende Ziele für die Mehrheit der größten und komplexesten Finanzkonzerne in der Eurozone gesetzt, erklärte der Systemrisikorat (SRB), der in der Eurozone für die geordnete Abwicklung gescheiterter Banken verantwortlich ist, am Mittwoch.
 

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EU gibt Banken vier Jahre für Aufbau von Krisen-Puffer

Berlin/Frankfurt (APA/Reuters) - In der "Cum-Cum"-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren rechnen zahlreiche deutsche Banken mit Straf- und Steuernachzahlungen. 77 Institute erwarten wegen der Steuertricks Belastungen von insgesamt gut einer halben Milliarde Euro, wie es in einer Reuters vorliegenden Antwort des deutschen Finanzministeriums und der Finanzaufsicht BaFin auf eine Anfrage der Grünen heißt.
 

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Deutsche Banken stellen wegen Steuertricks halbe Milliarde zurück