Wien Energie setzt 2018 auf Innovationen, Umsatzplus bis September

Wien (APA) - Für die Wien Energie steht 2018 im Zeichen von Innovationen - von Elektromobilität bis Mobilfunk. Die guten wirtschaftlichen Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres seien die Basis für das Programm im kommenden Jahr, sagte Wien-Energie-Chef Michael Strebl zur APA. "2018 wird das Jahr der Innovationen für die Wien Energie."

Anfang kommenden Jahres starte die Wien Energie im Stadtgebiet "Viertel zwei" gemeinsam mit den Bewohnern ein Projekt, in dem neue Technologien wie Smart Meter, innovative Geschäftsmodelle oder der Handel mit Strom der Bewohner untereinander getestet werden. Geprüft werden auch weitere Blockchain-Projekte, nachdem man im Oktober den weltweit ersten realen Gashandel via Blockchain durchgeführt hatte. Im Bereich neuer Geschäftsmodelle bietet die Wien Energie als erstes Energieunternehmen vier Mobilfunktarife an, kooperiert wird dabei mit A1.

Bei der Elektromobilität wird im Jänner mit der Umsetzung des Ausbaus der Ladestationen begonnen, nachdem man heuer im Oktober den Zuschlag der Stadt Wien erhalten hat. Bis 2020 sollen zusätzlich 1.000 öffentliche Ladestellen errichtet werden. Im Sommer werden laut Strebl in jedem Bezirk fünf Ladesäulen stehen, das sind insgesamt 115 Ladesäulen bzw. 230 Ladestellen. Investiert werden in das Projekt 15 Mio. Euro. Über ein Gutscheinmodell konnte man sich an der Finanzierung beteiligen, statt der erwarteten 2.500 Pakete wurden mehr als 8.100 verkauft. "Die E-Mobilität kommt bei den Kunden an", so Strebl. In Garagen, Einkaufszentren oder am Flughafen hat die Wien Energie bereits jetzt 550 Ladestellen.

Investiert werden in Innovationen in den kommenden fünf Jahren rund 120 Mio. Euro. Insgesamt sind in diesem Zeitraum Investitionen von 870 Mio. Euro geplant, unter anderem in den Erneuerbaren-Ausbau und Versorgungssicherheit.

Der Erneuerbaren-Ausbau sei für die Wien Energie wichtig. Die Energiewende brauche aber auch Versorgungssicherheit und Wärmekraftwerke zur Netzstabilisierung, betonte Strebl. Wichtig seien dafür mehrjährige Verträge für den Einsatz der Gaskraftwerke mit dem österreichischen Übertragungsnetzbetreiber APG. Dabei wären fünf Jahre gut und sieben Jahre "super". Derzeit gibt es nur halbjährige Verträge. Der APG habe man im Sommer eine Leistung von 800 Megawatt (MW) zur Verfügung gestellt. Für das Winterhalbjahr 2017/18 stellt die Wien Energie dem deutschen Netzbetreiber Tennet 278 MW zur Verfügung.

Die Wien Energie hat ihre Gaskraftwerke in den ersten drei Quartalen bereits 167 Mal zur Stabilisierung der Stromnetze eingesetzt, nach 46 Mal im Vorjahr. Im Gesamtjahr werden es wohl in Richtung 200 Abrufe gehen, erwartet Wien-Energie-Geschäftsführer und Technik-Chef Karl Gruber. Im Jahr 2013 waren es gerade einmal 15 Einsätze. Bei der Eingriffen zur Netzstabilisierung werde es wohl noch nach oben gehen, so Strebl. Im Kraftwerkspark der Wien Energie seien mit 2022 größere Ersatzinvestitionen nötig. Wichtig sei, dass man sehr bald Entscheidungsgrundlagen bekomme, so Gruber.

Von der neuen Regierung wünscht sich Strebl eine konsistente Energiestrategie, in der Vergangenheit sei sehr stark an einzelnen Themen gearbeitet worden. Wichtig ist ihm bei der Energiewende, dass man sage, dass man jedenfalls in einer Übergangsphase die Gaskraftwerke brauche, die man über Netzreserveverträge langfristig absichern müsse.

Bei den Strom- und Gaspreisen beobachte man den Markt. Die Großhandelspreise für Strom und Gas steigen derzeit. Rund 100.000 Kunden der Wien Energie, das sind etwa 15 Prozent der Strom- und Gaskunden, haben aktuell einen an den Börsepreisen orientierten Float-Tarif.

In den ersten drei Quartalen hat die Wien Energie den operativen Gewinn verdoppelt und den Umsatz gesteigert. Grund dafür waren laut Finanzchef Peter Gönitzer vor allem der kalte Winter, die konstant gestiegenen Strompreise sowie die bessere Auslastung der Kraftwerke. Positiv ausgewirkt habe sich auch das Effizienzprogramm, dessen Ziel einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung von 86 Mio. Euro ab 2018 erreicht werde.

Der Umsatz stieg um 11,5 Prozent auf 828 Mio. Euro. Operativ verdoppelte sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 27,2 auf 57,5 Mio. Euro. Das Finanzergebnis fiel um 37,2 Prozent auf rund 62 Mio. Euro, Grund dafür sind vor allem zinsbedingt höhere Dotierungen für Pensionsrückstellungen im dritten Quartal. Der Jahresüberschuss lag mit 119,3 Mio. Euro um 5 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Der durchschnittliche Personalstand lag bei 2.578 Mitarbeitern, das waren um 90 Vollzeitäquivalente weniger als im Vorjahreszeitraum. Das im Herbst 2016 gestartete Personalsparprogramm der Wiener Stadtwerke, von dem bei der Wien Energie rund 300 Mitarbeiter betroffen sind, werde heuer zu rund der Hälfte umgesetzt sein. Für die neuen Geschäftsfelder werden aber laufend neue Mitarbeiter gesucht.

Die kalte Witterung und der vermehrte Einsatz der Gaskraftwerke zur Netzstabilisierung brachten der Wien Energie auch mehr Absatz und Erzeugung. Der Stromabsatz legte leicht um 0,2 Prozent auf rund 6.670 Gigawattstunden (GWh) zu. Der Gasabsatz stieg um 6,5 Prozent auf fast 4.400 GWh und der Wärmeverkauf um 7,2 Prozent auf rund 4.170 GWh.

Die Stromerzeugung erhöhte sich um 13,2 Prozent auf 4.106 Gigawattstunden, die Wärmeerzeugung um 8,4 Prozent auf 3.630 GWh. Insgesamt stieg die Energieproduktion um 11 Prozent auf 7.736 GWh. Der Erneuerbaren-Anteil wurde trotz des verstärkten Einsatzes der Gaskraftwerke bei knapp einem Fünftel stabil gehalten. Die Wien Energie ist zuversichtlich, dass die sich die guten Zahlen im Gesamtjahr fortsetzen.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

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Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

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Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

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