Wien Energie 2014 mit Gewinn, warmes Wetter drückte Absatz

Die Wien Energie ist im Vorjahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt: Der Konzerngewinn betrug 40,1 Mio. Euro, nach einem vor allem abschreibungsbedingten Verlust von 268,3 Mio. Euro 2013. Der Gas- und Wärmeabsatz sowie der Umsatz gingen 2014 wegen der milden Temperaturen zurück. Das Effizienzsteigerungsprogramm wird fortgesetzt. Kräftig investiert wird in Erneuerbare Energie.

Dies gab die Geschäftsführung der Wien Energie GmbH Mittwochabend vor Journalisten bekannt. Der Konzernumsatz sank um 7,7 Prozent auf 1,79 Mrd. Euro. Das abgelaufene Geschäftsjahr sei vom "Jahrhundertwetter" geprägt gewesen, 2014 sei das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, so Geschäftsführerin Susanna Zapreva. Der Absatz von Strom, Gas und Wärme sank um 10 Prozent auf rund 21.000 GWh.

Das wirkte sich auch auf die Gasrechnung aus: Sie fiel im Kalenderjahr 2014 allein temperaturbedingt für einen durchschnittlichen Haushaltskunden gegenüber dem 30-Jährigen Durchschnitt um 75 Euro geringer aus, so die Wien Energie. In der bisherigen Heizsaison - Oktober 2014 bis März 2015 - liege der Gasverbrauch eines Durchschnittshaushaltes mit einem Jahresverbrauch von 1.030 kWh auf dem Vorjahresniveau bzw. um 12,2 Prozent unter dem 30-jährigen Durchschnitt.

Die Stromerlöse der Wien Energie gingen um 2 Prozent auf 1 Mrd. Euro zurück, der Stromabsatz um ebenfalls 2 Prozent auf rund 9.350 Gigawattstunden. Das Gaserlöse fielen um fast ein Fünftel (19,5 Prozent) auf 240,2 Mio. Euro, abgesetzt wurden mit rund 6.441 GWh um 17 Prozent weniger. Die Wärmeerlöse (inklusive Entsorgung) sanken um 6,9 Prozent auf 542,7 Mio. Euro, der Wärmeabsatz fiel um 15 Prozent auf 5.238 GWh.

Preisänderungen für die Kunden sind laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Thomas Irschik derzeit nicht absehbar, man beobachte den Markt. Der Strompreis wurde zuletzt per 1. Oktober 2014 gesenkt und bracht einem durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh eine um rund 35 Euro niedrigere Jahresrechnung. Die Kunden seien mobiler geworden, man sei vom Wechsel auch betroffen gewesen, angesichts von rund 268.000 Kunden, die im Vorjahr ihren Strom- und Gaslieferanten wechselten. Der Marktanteil sei leicht zurückgegangen. In Summe habe man von der verkauften Menge her aber mehr Kunden zurückgewonnen als verloren.

Seit 1. März läuft ein Effizienzförderprogramm für Haushalte. Dabei wird unter anderem der Kauf energieeffizienter Geräte mit einem Gutschein von 50 Euro gefördert. Beim einem von Herbst 2013 bis Anfang 2015 laufenden Programm wurden insgesamt 18.000 Gutscheine ausgegeben.

Das Effizienzsteigerungsprogramm im Konzern habe im Vorjahr rund 15 Mio. Euro gebracht und werde die Wien Energie 2015 und 2016 jedenfalls begeleiten. Es werde forciert und intensiv weitergeführt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Einsparungen solle in der Größenordnung fortgesetzt werden. Der Fokus liegt laut Geschäftsführer Peter Gönitzer weiter bei den Sachkosten, wobei man auf Insourcing setze. Als Beispiele dafür nennt die Wien Energie Beratungsleistungen, Instandhaltung von Anlagen oder auch den Objektschutz etwa in der Müllverbrennungsanlage Spittelau.

Auch beim Personal soll der Kurs fortgesetzt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging die Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) um 37 Personen auf 2.730 Beschäftigte zurück. Man setze auf natürliche Abgänge und sehr stark auf Re-Positionierung, Umschulungen und Umqualifizierungen, so die Geschäftsführung.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma