Wien Energie investiert bis 2020 kräftig - 2015 weniger Gewinn

Wien - Die Wien Energie hat 2015 weniger Gewinn und mehr Umsatz erzielt und ist auf Wachstumskurs. Bis 2020 will der Energieversorger rund 870 Mio. Euro investieren, davon sollen 460 Mio. Euro in Lösungen mit erneuerbaren Erneuerbaren fließen. Die Stromerzeugung ist 2015 kräftig gestiegen. Der Gas- und Wärmeabsatz erhöhte sich wegen der kälteren Witterung.

Die Wien Energie bewege sich weiter auf einem Wachstumskurs, mit einem ehrgeizigen Investitionsprogramm, das auch dem dynamischen Bevölkerungswachstum in Wien Rechnung trage, so Thomas Irschik, Vorsitzender der Geschäftsführung, Mittwochabend vor Journalisten. Wien wachse schneller als jede andere Stadt im deutschen Sprachraum, durchschnittlich rund 20.000 Personen pro Jahr seien längerfristig betrachtet zugezogen. Beim Strombedarf wird ein jährliches Wachstum von um 0,7 Prozent erwartet. Beim Wärmemarkt wird eine Erhöhung der Anschlussleistung um 200 Megawatt (MW) bis 2025 prognostiziert, basierend auf einem jährlichen Zuzug von 20.000 Menschen. Wien Energie wolle dabei mit einem Anteil von rund 50 Prozent - mehr als derzeit - dabei sein. Auch bei der Fernkälte wird mit Zuwächsen gerechnet.
Der wachsende Markt biete große Chancen, für Energielieferungen und Dienstleistungen, so Irschik. Die Wien Energie habe im Strombereich ihren Marktanteil bereits wieder gesteigert, auch durch die Rückgewinnung von Kunden.
Der Erneuerbaren-Anteil an der Eigenerzeugung soll bei Strom soll bis 2030 von derzeit rund 20 Prozent annähernd verdoppelt werden. Aktuell versorgt die Wien Energie nach eigenen Angaben mehr als 800.000 Menschen mit Strom aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse.
2015 sei angesichts schwieriger energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein herausforderndes, aber gutes Jahr gewesen, vor allem operativ. Das operative Betriebsergebnis stieg von 33,9 auf 100,3 Mio. Euro gesteigert. Der Konzernjahresüberschuss sank 2015 wegen eines massiv schlechteren Finanzergebnisses um 31,9 Prozent auf 27,4 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis um 30,2 Prozent auf 28,2 Mio. Euro. Das Finanzergebnis war mit 72,1 Mio. Euro negativ, nach plus 6,4 Mio. Euro im Jahr 2014. Grund dafür waren laut Geschäftsführer Peter Gönitzer Abschreibungen bei Beteiligungen sowie Änderungen bei den Rechnungslegungsvorschriften im Ausmaß von rund 22 Mio. Euro, wonach die Zinskomponente für Pensionsrückstellungen nun im Bereich des Finanzergebnisses auszuweisen ist. Abschreibungen von insgesamt rund 55 Mio. Euro seien bei den Verbund-Aktien sowie in mehreren Kleinwasserkraftwerken in Südosteuropa wegen geänderter Bewertungsvorschriften in diesen Ländern vorgenommen worden. Operativ liefen die Kleinwasserkraftwerke in Rumänien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina gut.
Beim Ergebnisverbesserungsprogramm, das bis 2017 nachhaltig 86 Mio. Euro pro Jahr bringen soll, seien bereits rund 40 Prozent umgesetzt worden. Beschäftigt waren im Wien-Energie-Konzern durchschnittlich 2.680 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), um 51 weniger als 2014. Gegenüber 2013 beschäftigte man um 150 Mitarbeiter weniger, durch die Nicht-Nachbesetzung von natürlichen Abgängen. Das wolle man fortführen.
Der Umsatz stieg 2015 um 1,5 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro. Dabei sanken die Stromerlöse um 1,7 Prozent auf 901,8 Mio. Euro. Die Gaserlöse erhöhten sich um 20,1 Prozent auf 397,5 Mio. Euro, unter anderem auch wegen Gasverkäufen am Markt. Die Wärmeerlöse (inklusive Entsorgung) erhöhten sich um 3,1 Prozent auf 559,3 Mio. Euro. Die Investitionen betrugen im Vorjahr rund 134 Mio. Euro.
Die Stromerzeugung legte wegen einer höheren Erneuerbaren-Erzeugung sowie eines vermehrten Einsatzes der Kraftwerke für das Engpassmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze zu. Die Kraftwerke wurden im Vorjahr 150 mal abgerufen. Kontrahiert habe man im Engpassmanagement mit der Übertragungsnetzbetreiberin APG für den Sommer die Bereitstellung von 800 MW als Reserveleistung. Die kältere Witterung brachte einen höheren Absatz von Gas und Wärme.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite