Wien Energie - Start für Solarstromanlagen auf Mehrparteienhäusern

Wien (APA) - Die Wien Energie startet nun mit Gemeinschafts-Solarstromanlagen auf Mehrparteienhäusern. Die erste Anlage wird im 22. Bezirk in Zusammenarbeit mit der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) errichtet. Damit können aktuell 38 Haushalte mit Sonnenstrom vom eigenen Dach versorgt werden. In den nächsten Jahren will die Wien Energie 100 Mio. Euro in neue Photovoltaik-Anlagen investieren.

"Wir sind mit allen relevanten Baugenossenschaften und Wohnbauträgern im Gespräch und werden in den nächsten Monaten weitere Projekte präsentieren", so Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl laut Pressemitteilung. "Bis zum Jahresende möchten wir 1.000 Wienerinnen und Wiener mit hausgemachtem Sonnenstrom versorgen." Insgesamt dürften rund 6.800 bestehende Mehrparteienhäuser für solche Gemeinschaftsanlagen geeignet sein.

Im nun präsentierten ersten Projekt in einem bestehenden Mehrparteienhaus in der Latverastraße in Wien-Donaustadt wird eine Photovoltaik-Anlage auf 400 m2 Dachfläche errichtet, die rund 60.000 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr erzeugt. Ein Teil des Stroms kann von den Hausbewohnern direkt verbraucht werden, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.

Die Teilnahme ist freiwillig, Voraussetzung ist ein Smart Meter oder ein vergleichbares Strom-Messgerät für die Aufteilung. Jeder teilnehmende Haushalt kann laut Wien Energie bei einem normalen Verbrauchsverhalten rund 30 Prozent seines Jahresstrombedarfs aus der Photovoltaik-Anlage am Hausdach decken.

Die Wien Energie errichtet und betreibt die Anlage und übernimmt auch die Aufteilung des Stroms sowie die Abrechnung. Für die Mieter fallen keine Investitionskosten oder Fixkosten an. Der gesamte Energie-Verbrauchspreis liegt bei 10,9 Cent/kWh bzw. 9,9 Cent/kWh für Wien-Energie-Kunden. Im Vergleich zum Standard-Tarif zahlen Wien-Energie-Kunden damit um 1,71 Cent/kWh weniger, Kunden anderer Lieferanten um 0,71 Cent/kWh weniger. Zusätzliche Abgaben wie Netz- und Energie-Grundpreis oder die Ökostrompauschale entfallen, es wird lediglich ein Messentgelt von 50 Cent pro Monat verrechnet. Die Bindungsfrist für diesen Tarif beträgt ein Jahr. Die Wien Energie investiert 80.000 Euro. Die Inbetriebnahme ist für Herbst geplant.

Photovoltaik-Anlagen zur gemeinschaftlichen Nutzung in Mehrparteienhäusern sind seit einer Novellierung des Ökostromgesetzes im vergangenen Jahr möglich. Damit wird die Nutzung von Sonnenstrom vom eigenen Dach auch in den Städten leichter möglich.

In Wien gab es laut Statistik Austria im Jahr 2011 rund 154.000 Wohnhäuser, davon rund 68.000 Mehrparteienhäuser. "Eine Gemeinschafts-Photovoltaik-Anlage lohnt sich aus unserer Sicht auf bis zu 10 Prozent dieser Mehrfamilienhäuser", so Strebl. Das seien bereits bestehende Wohnhäuser, "aber natürlich bieten vor allem Neubauten entsprechend hohes Potenzial".

Bis zum Jahr 2030 plant die Wien Energie eine zusätzlich installierte Photovoltaik-Leistung von 600 Megawatt (MW). Das entspreche einer Fläche von rund 1.300 Fußballfeldern oder rund zehnmal dem Bezirk Mariahilf. Zum Vergleich: Das Donaukraftwerk Wien Freudenau hat eine installierte Leistung von 172 MW. Aktuell sei man mit 120 Photovoltaik-Anlagen der größte Solar-Anlagen-Betreiber Österreichs.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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