Wieder Problem bei Bau von neuem Atomreaktor in Nordfrankreich

Flamanville - Beim umstrittenen Bau eines neuen Atomreaktors im nordfranzösischen Flamanville gibt es einmal mehr schwerwiegende Probleme. Die französische Atomaufsicht ASN gab am Dienstag eine "Anomalie" beim Reaktorbehälter des sogenannten Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) bekannt.

Ein Behördenverantwortlicher sagte, das Problem liege "in der Zusammensetzung des Stahls in bestimmten Bereichen des Behälterdeckels und des Bodens". Die ASN betonte, wie wichtig der Reaktorbehälter für die Sicherheit der Anlage sei.

Umweltministerin Segolene Royal forderte vom Reaktorbauer Areva, umgehend die notwendigen Konsequenzen aus dem Problem zu ziehen. Demnach sollen im Oktober "Ergebnisse" von Untersuchungen unter Leitung der ASN vorliegen.

Die atomkritische Nuklear-Beobachtungsstelle stellte dagegen die Unabhängigkeit der französischen Atomaufsicht in Frage und forderte "unabhängige" Untersuchungen des Reaktorbehälters von Experten aus dem Ausland. Letztlich müsse sicherlich die Inbetriebnahme des neuen Reaktors verboten werden, denn es drohe ein "Bruch" des Reaktorbehälters und damit eine schwere Atomkatastrophe.

Der Bau des Atomreaktors der dritten Generation wird schon seit Jahren von Schwierigkeiten begleitet. Erst im November gab der französische Stromriese EDF, der das Atomkraftwerk bauen lässt, ein Problem am Deckel des Reaktorbehälters bekannt. Seit Baubeginn 2007 haben sich die Kosten auf 8,5 Milliarden Euro nahezu verdreifacht - und EDF ist derzeit dabei, eine neue Kostenrechnung vorzunehmen. Die ursprünglich für 2012 geplante Inbetriebnahme der Anlage wurde mehrfach verschoben, derzeit wird das Jahr 2017 anvisiert.

Die Probleme beim EPR sind ein Grund für die gewaltigen Schwierigkeiten von Areva; der französische Atomkonzern machte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro. Weltweit werden derzeit vier Europäische Druckwasserreaktoren gebaut, neben dem in Flamanville einer in Finnland und zwei in China. In Betrieb ist noch kein solcher Reaktor.

Auch österreichische Umweltorganisationen kritisierten die französische Atompolitik und ihre europäischen Partner. "Besonders der britische Premier Cameron sei gewarnt, denn genau dieses Modell eines EPR ist das auserwählte Wunschobjekt der Regierung für den Neubau im AKW Hinkley Point C im englischen Südwesten", hieß es von Atomstopp Oberösterreich. Ähnlich lautete auch Kritik von Global 2000.

Wien/Linz (APA) - Der in Frankfurt börsennotierte österreichische Softwarehersteller Fabasoft hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2017/18 um 14,5 Prozent auf 24 Mio. Euro verbessert. Beim Nettogewinn gab es gar eine Verdoppelung von 1,48 auf 3 Mio. Euro. Das Unternehmen hat zuletzt auch Mitarbeiter aufgebaut.
 

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Fabasoft mit neuen Behördenaufträgen, Kapital angehoben

Unterföhring (APA/dpa) - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat einen Branchenneuling zum neuen Chef gekürt. Der Aufsichtsrat ernannte den früheren Chef des britischen Staubsauger-Herstellers Dyson, Max Conze, am Mittwoch zum Nachfolger des vorzeitig abgelösten Thomas Ebeling.
 

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Staubsauger-Vertreter Conze ProSiebenSat.1-Chef

Luxemburg (APA/dpa) - Bereitschaftsdienste, bei denen Arbeitnehmer innerhalb kurzer Zeit für einen Einsatz zur Verfügung stehen müssen, zählen als Arbeitszeit. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch entschieden.
 

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EuGH: Bereitschaftsdienste mit rascher Anwesenheit sind Arbeitszeit