Westenthaler-Prozess - "Der Anklage ist der Boden entzogen worden"

Im Wiener Straflandesgericht wird am Freitag der Prozess gegen den ehemaligen BZÖ-Obmann und früheren Vorstand der Österreichischen Fußball-Bundesliga, Peter Westenthaler, abgeschlossen. Nach der ergänzenden Einvernahme eines bereits im vergangenen November vernommenen Zeugen, die sehr kurz ausfiel, bekam Westenthaler ab 9.30 Uhr Gelegenheit zu einer abschließenden Stellungnahme.

Westenthaler kündigte entschuldigend an, diese werde "umfangreich" ausfallen, zumal die Justiz viereinhalb Jahre gegen ihn ermittelt habe. "Wir sind emotional durch die Hölle gegangen", verwies Westenthaler auf die damit verbundene Belastung seiner Familie. Das Verfahren habe berufliche, wirtschaftliche und psychische Auswirkungen mit sich gebracht. Gegen ihn sei Anklage erhoben worden, "obwohl es keine rauchenden Colts, keine stichhaltigen Beweise" gebe.

Westenthaler - von Februar 2003 bis August 2004 Manager der österreichischen Fußball-Bundesliga - und sein mitangeklagter damaliger Co-Vorstand Thomas Kornhoff sollen laut Anklage eine steuerfinanzierte Sonderförderung dazu verwendet haben, um einen bedingten Vergleich mit der Finanzprokuratur zu finanzieren, der Vorwurf lautet auf schweren Betrug. Der zweite Teil des Verfahrens betrifft eine 300.000 Euro-Zahlung der Österreichischen Lotterien an die frühere BZÖ-eigene Werbe-Agentur "Orange". Laut Anklage erfolgte diese für ein de facto wertloses Gutachten, Westenthaler wird hier Untreue als Beteiligter vorgeworfen.

Er stelle den Sinn des Prozesses nicht infrage, betonte Westenthaler: "Er war notwendig, um meine Unschuld zu beweisen". Es sei "gelungen, Licht in das noch vorhandene Dunkel dieses Verfahrens zu bringen", zeigte sich der Angeklagte überzeugt. Seine Bilanz fiel eindeutig aus: "Niemand wurde getäuscht." Von den Vorwürfen sei "nichts übrig geblieben. Der Anklage ist der Boden entzogen worden".

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker