Weniger europäische Staatschefs am Weltwirtschaftsforum in Davos

Griechenland-Krise, Konflikt in der Ukraine, Atomverhandlungen mit dem Iran: In den vergangenen zwei Jahren nutzten die Staats- und Regierungschefs der großen EU-Länder das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos für ihre Notfall-Diplomatie. In diesem Jahr ist die Gästeliste der europäischen Spitzenpolitiker etwas kürzer.

Zu den großen Abwesenden zählen etwa die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, wie aus der Liste bestätigter WEF-Teilnehmer hervorgeht. Mit David Cameron und Justin Trudeau werden unter den G-7-Ländern einzig Großbritannien und Kanada ihre Regierungschefs nach Davos entsenden.

Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden der 46. WEF-Auflage, die kommende Woche beginnt, ihre Aufwartung machen. Während Europa etwas aus dem Scheinwerferlicht heraustreten wird, dürften die Krisenherde des Nahen und Mittleren Osten und in Nordafrika sowohl die Reden und Panels auf dem "Zauberberg" als auch die Gespräche und Verhandlungen in den Hinterzimmern dominieren.

Mit Spannung erwartet werden die Delegationen der Nachbarstaaten des Bürgerkriegslands Syrien: Die Türkei (Ahmet Davutoglu), der Irak (Haidar Abadi), Israel (Benjamin Netanyahu), und der Libanon (Tammam Saeb Salam) werden durch die jeweiligen Premierminister vertreten, Jordanien durch Königin Rania Al Abdullah. Tunesien und Mali sowie Afghanistan und Pakistan entsenden ebenfalls ihre höchsten politischen Amtsträger. Auf der Teilnehmerliste finden sich auch die Außenminister des Iran und Saudi-Arabiens. Die Beziehungen der beiden Länder sind seit Jahresbeginn besonders angespannt.

Die höchstrangige Delegation seit Jahren stellen die USA: Angeführt wird sie von Vizepräsident Joe Biden, dazu gesellen sich nicht weniger als fünf Regierungsmitglieder, darunter Außenminister John Kerry und Verteidigungsminister Ashton Carter.

Aus Österreich haben Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sowie Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) eine Teilnahme eingeplant. Kurz wird an offiziellen Gesprächskreisen zu Syrien und Nahost teilnehmen sowie mit einigen Amtskollegen und Unternehmern zusammentreffen, hieß es aus dem Außenministerium.

Die 46. WEF-Jahrestagung findet von 20. bis 24. Jänner statt. Mehr als 2.500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Kunst und Medien hat die WEF-Stiftung dazu ins Davoser Kongresszentrum geladen.

Motto der diesjährigen Ausgabe ist die "Bewältigung der vierten industriellen Revolution". Darunter verstehen die Organisatoren des Weltwirtschaftsforums die rasant fortschreitende technologische Entwicklung des Internets, leistungsfähiger Sensoren, künstlicher Intelligenz und des maschinellen Lernens.

Da die "vierte Revolution" stark vom IT-Sektor geprägt wird, werden mehrere Spitzenvertreter von Branchenriesen in Davos erwartet, so vom Google-Mutterkonzern Alphabet (Eric Schmid), von Facebook (Sheryl Sandberg) und von Alibaba (Jack Ma Yun). Die Augen werden auch auf die Firmenchefs von Übernachtungsanbieter Airbnb und Taxidienst Uber gerichtet sein, die neue Geschäftsmodelle eingeführt haben.

Wien (APA/Reuters) - Der Wiener Öl- und Gaskonzern OMV will trotz des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran vorerst nicht von seinen Plänen in dem Land abrücken. "Unser Vorhaben im Iran ist nicht zum Stillstand gekommen, sondern läuft weiter", sagte OMV-Vorstandsmitglied Johann Pleininger am Dienstag auf der Aktionärsversammlung.
 

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OMV will Iran-Pläne vorerst nicht abblasen

Berlin (APA/Reuters) - Nach der Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit hat EU-Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen die US-Regierung aufgefordert, die Europäische Union (EU) dauerhaft von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium auszunehmen. "Wir können nichts anderes akzeptieren als die dauerhafte Ausnahme", sagte Katainen am Dienstag in Berlin.
 

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EU-Kommissionsvize pocht auf dauerhafte Ausnahme von US-Strafzöllen

Istanbul (APA/AFP) - Die türkische Lira ist auf ein neues Rekordtief gefallen, nachdem die US-Ratingagentur Fitch sich besorgt über die Unabhängigkeit der Zentralbank geäußert hat. Die türkische Währung verlor allein am Dienstag 1,3 Prozent ihres Werts gegenüber dem Dollar und notierte vorübergehend bei 4,66 Lira zum Dollar.
 

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Türkische Lira setzt Talfahrt ungebremst fort