Weidmann bekräftigte Forderung nach Enddatum für Anleihenkäufe

Frankfurt (APA/Reuters) - Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat seine Forderung nach einem Enddatum für die Billionen-Anleihenkäufe der EZB erneuert. Die Aussichten für die Preisentwicklung sprächen für eine Rückkehr der Inflation zu einem Niveau, das für Preisstabilität hinreichend sei, sagte Weidmann der spanischen Zeitung "El Mundo" (Sonntagausgabe).

Daher sei es gerechtfertigt, die Anleihenkäufe mit einem klaren Ende zu versehen, "indem ein konkretes Datum gesetzt wird." Weidmann stand im EZB-Rat dem Anleihen-Kaufprogramm, mit denen die Euro-Wächter die Konjunktur anschieben und für mehr Inflation sorgen wollen, von Anfang an kritisch gegenüber.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zwar wegen der verbesserten Konjunktur die Anleihenkäufe ab diesem Jänner auf 30 Mrd. Euro pro Monat halbiert. Die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen sollen aber noch bis mindestens Ende September fortgesetzt werden. Ein explizites Enddatum für das Programm, das bereits seit März 2015 läuft und inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegt ist, setzten die Währungshüter bisher nicht. Angesichts des Aufschwungs im Euroraum mehren sich inzwischen aber die Stimmen innerhalb der EZB, die ein Ende der Käufe 2018 für möglich halten.

Der Bundesbank-Präsident rief zudem die Banken im Euroraum dazu auf, ihre zum Teil noch hohen Bestände an faulen Krediten abzubauen. Diese verhindern aus seiner Sicht auch die Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung (Edis) in der EU. Die größere finanzielle Sicherheit mit einem solchen System wäre zweifellos eine gute Sache, sagte Weidmann. "Das Problem ist aber, dass viele Banken erhebliche Bestände an faulen Krediten mit sich tragen." Bisher stößt Edis in der deutschen Regierung und bei deutschen Banken auf viel Skepsis. Denn es wird befürchtet, dass heimische Geldhäuser in Haftung genommen werden, wenn Institute in anderen Mitgliedsländern in Schieflage geraten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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