Weidmann: EZB-Anleihenkäufe relativ rasch beenden

Wien (APA) - Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, fordert ein relativ rasches Ende der Anleihenkäufe durch die Europäischen Zentralbank (EZB), "ohne dass dies zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führt".

"Mittelfristig muss die Geldpolitik, im Einklang mit dem Preisausblick, normalisiert und so geldpolitischer Handlungsspielraum zurückgewonnen werden", sagte Weidmann am Montag in Wien laut Redetext anlässlich der Überreichung des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP).

Das Ziel eines krisenfesten Ordnungsrahmens für die Währungsunion werde sich nur mittel- bis langfristig erreichen lassen, wenngleich Weichen schon zügiger gestellt würden, so Weidmann, der als potenzieller Nachfolger des derzeitigen EZB-Präsidenten Mario Draghi im Gespräch ist.

Die asymmetrische Konstruktion der Währungsunion - gemeinsame, einheitliche Geldpolitik bei zugleich nationaler Souveränität in der Finanzpolitik - habe sich als anfällig für Fehlentwicklungen und Krisen erwiesen. Die Bereitschaft, nationale Souveränität zu europäisieren, sei aber nach wie vor sehr gering. "Bis auf Weiteres wird es daher bei dieser Asymmetrie bleiben, und es gilt Wege zu finden, wie die Währungsunion auch in diesem Rahmen noch stabiler werden kann", so Weidmann.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker