WEF Davos 2018 im Zeichen der Politik - Trump mit von der Partie

Genf/Davos (APA/Reuters/dpa) - Beim Stelldichein der Wirtschaftselite in Davos richten sich dieses Jahr alle Blicke auf US-Präsident Donald Trump. Er tritt am Freitag nächster Woche auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in den Bergen des Schweizer Kantons Graubünden auf. Der deutsche WEF-Gründer Klaus Schwab hat mit der Zusage des bekennenden Globalisierungsgegners einen echten Coup gelandet.

"Für das laufende Jahr ist die globale Zusammenarbeit entscheidend, deshalb ist es essenziell, dass wir Trump bei uns haben", meinte Schwab. Der Republikaner habe Interesse an dem Forum, so der neue WEF-Präsident Borge Brende: "Er sucht den Austausch mit Finanzvertretern aus aller Welt und will mit ihnen über die Perspektiven für 2018 sprechen." Das viertägige Treffen bietet auch reichlich Gelegenheit, Ansichten über brisante Themen wie Handel, Klimaschutz und den Kampf gegen den Terrorismus auszutauschen: Nicht weniger als 70 Staats- und Regierungschefs haben sich angesagt - aber auch zahlreiche Firmenlenker, Top-Banker und Stars.

Mit von der Partie ist unter anderem die Premierministerin des EU-Austrittskandidaten Großbritannien, Theresa May. Außerdem auf der Teilnehmerliste: Paolo Gentiloni, der Regierungschef von Italien, wo Anfang März Parlamentswahlen anstehen. Neben europäischer Politprominenz ist laut WEF auch die US-Präsenz in Davos dieses Jahr "sehr groß": Im Gefolge des US-Staatschefs werden zahlreiche hochkarätige Regierungsvertreter anreisen - darunter auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Mittwoch nach Davos reisen, dort aber nicht auf US-Präsident Donald Trump treffen. Die beiden sind an unterschiedlichen Tagen bei der weltweit wichtigsten wirtschaftspolitischen Konferenz in der Schweiz: Merkel nur am Mittwoch, Trump reist frühestens Donnerstag an und redet am Freitag.

Laut Brende, der voriges Jahr sein Amt als Norwegens Außenminister an den Nagel hängte und dem Ruf Schwabs in die Schweiz folgte, ist sie auf dem Forum "sehr willkommen". Er will die politische Präsenz auf dem Treffen stärken, das bisher in der Öffentlichkeit eher als Forum für Superreiche und die Hochfinanz wahrgenommenen wurde.

Dem neuen Format entsprechend wird es dieses Jahr unter den Hunderten Gesprächsforen in Davos auch geschlossene Veranstaltungen geben: Diese werden als "diplomatische Sitzungen" deklariert. Sie sollen dazu dienen, über Konfliktherde wie etwa Syrien, Korea oder Nahost hinter verschlossenen Türen zu sprechen: "Angesichts der Vielzahl von Staats- und Regierungschefs auf dem Forum wäre es eine vertane Chance zu Jahresbeginn, wenn wir uns in Davos nicht auch Fragen des Friedens und der Versöhnung widmen würden", so Brende.

Im Vorjahr hatte Chinas Präsident Xi Jinping die Bühne in Davos genutzt, um zur Eröffnung der Konferenz Trump kurz vor dessen Amtseinführung vor den Folgen eines Handelskriegs zu warnen. Zuletzt hatte Trump im Reuters-Interview in dem schwelenden Konflikt zwischen den Handelsrivalen neues Öl ins Feuer gegossen und China mit "Bußgeldern" wegen angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums gedroht.

Dieses Jahr wird der indische Ministerpräsident Narendra Modi am Dienstag die Eröffnungsansprache halten. Am Mittwoch sind in Davos voraussichtlich alle Blicke auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gerichtet. Die Bundesregierung ist auch mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf dem WEF vertreten. Deutsche-Bank-Chef John Cryan fährt Finanzkreisen zufolge dagegen in diesem Jahr nicht nach Davos.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker