Wahlerfolg der AfD: Weckruf für die Wirtschaft

Die Wahlerfolge der rechtpopulistischen AfD in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind in der deutschen Wirtschaft mit gemischten Gefühlen und teils großer Sorge aufgenommen worden. "Der Trend gegen Europa, gegen den Euro, ist nun auch in Deutschland angekommen", sagte Anton Börner, der Präsident des Außen- und Großhandelsverbandes BGA, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Politiker der etablierten Parteien müssten sich nun zusammensetzen und den Bürgern die Vorteile eines gemeinsamen Europa vermitteln. "Gelingt das nicht, dann sehe ich schwarz", sagte Börner.

Gelassener reagierte Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). Er sieht in den AfD-Erfolgen "vor allem einen Weckruf für die Bundesregierung". Halte Kanzlerin Angela Merkel an ihrer Flüchtlingspolitik fest, blieben die Rechtspopulisten im Aufwind. "Negative Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland erwarte ich vom Wahlausgang nicht", stellte er aber klar. Der Erfolg des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg spreche für eine mittelstandsfreundliche, unideologische Landespolitik.
Der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Thorsten Dirks, warnte mit Blick auf die AfD vor Fremdenfeindlichkeit. "Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und der Zuspruch für nationalistische Positionen könnten der deutschen Wirtschaft (...) massive Schäden zufügen", erklärte er.
Der Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer", Lutz Goebel, schrieb der Flüchtlingspolitik der Regierung zu, einen "Kulturschock" ausgelöst zu haben. Ein Lichtblick sei der Wiedereinzug der FDP in einige Landesparlamente. Hubertus Porschen, der Bundesvorsitzende des Verbandes "Die jungen Unternehmer", nannte die AfD-Ergebnisse "erschreckend". Sie seien ein Auftrag an die etablierten Parteien, Lösungen für die aktuellen Probleme zu finden. "Der Sieg der Realo-Grünen und die Rückkehr der Liberalen sind klare positive Signale, auch in Hinblick auf die Bundestagswahl", fügte er hinzu.

IV startet Kampagne gegen "veritables Populismusproblem"

Politik

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Doha (APA) - US-Außenminister Rex Tillerson sieht einen Lösungsansatz in der Krise um das von seinen Nachbarstaaten blockierte Golf-Emirat Katar in weiter Ferne. "Es gibt keine starken Hinweise darauf, dass die Parteien schon bereit dafür sind, miteinander zu reden", sagte Tillerson am Sonntagabend bei einem Besuch in Katars Hauptstadt Doha.
 

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Tillerson sieht Lösung in Katar-Krise noch in weiter Ferne

Frankfurt (APA/dpa) - Die Deutsche Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft ein starkes drittes Quartal zu. Die Konjunktur befinde sich weiter in einem kräftigen Aufschwung und "könnte im dritten Vierteljahr 2017 das hohe Expansionstempo des ersten Halbjahres gehalten haben", erklärte die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.
 

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Bundesbank erwartet Fortsetzung des kräftigen Aufschwungs