Wachstumschancen für islamkonforme Bankgeschäfte in Deutschland

Köln (APA/dpa) - Islamkonforme Bankgeschäfte haben nach Einschätzung aus der Finanzbranche auch in Deutschland gute Wachstumschancen. Die KT Bank AG, nach eigenen Angaben einziges Geldhaus für Finanzgeschäfte nach Islamregeln in der Eurozone, meldete zweieinhalb Jahre nach dem Start in Deutschland eine anhaltend hohe Nachfrage.

"Wir sind voll auf Kurs und haben unsere Ziele auch 2017 erreicht", sagte Sprecher Ferhat Aslanoglu der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Dort eröffnete die Bank nach Frankfurt, Mannheim und Berlin nun eine neue Filiale. Die Kundenzahl nähere sich deutschlandweit der 10.000er-Marke. In Deutschland leben fünf Millionen Muslime, davon 1,5 Millionen in Nordrhein-Westfalen, wo auch die größte türkischstämmige Community zu Hause ist. Finanzexperte Philipp Wackerbeck, Partner der Beratungsgesellschaft "Strategy&", geht von einem Potenzial von bis zu 300.000 Kunden für Islam-Banking aus, das nicht annähernd ausgeschöpft sei.

Die Bankgeschäfte sind glänzend angelaufen am Fuße der neuen Ditib-Zentralmoschee in Köln. Streng nach den Regeln des Islam, kontrolliert von einem Scharia-Ethikrat. Wenige Wochen nach dem Start der KT Bank AG in der Domstadt haben dort schon mehr als tausend überwiegend muslimische Kunden ihr Geld angelegt. "Unter den 1,5 Millionen Muslimen in Nordrhein-Westfalen sind über 20.000 türkischstämmige Unternehmer vertreten, die 130.000 Menschen beschäftigen, hier sehen wir ein großes Potenzial", sagt Filialleiter Ayhan Cengizer.

Das besondere Prinzip: Keine Zinsen, weder für Kunden noch für die Bank. Damit ist ein Sparkonto ebenso ausgeschlossen wie ein Kredit, der ja mit Zinsen zurückgezahlt werden müsste. Investiert wird nur in reale Güter, nicht in Wertpapiere, Aktien oder Fonds. Alkohol-, Tabak- oder Schweinefleisch-Industrie sind tabu, schildert Ferhat Aslanoglu, Unternehmenssprecher der KT Bank AG in Deutschland. "Investitionen in Waffengeschäfte und jegliche Deals mit Glückspielcharakter sind ebenfalls untersagt."

Trotz - oder gerade wegen - dieser Einschränkungen laufe das Ganze bisher erfreulich, man nähere sich der 10.000-Kunden-Schwelle. Erst im Sommer 2015 ist die KT Bank - Tochter der Kuveyt Türk Beteiligungsbank in Istanbul - mit einer Zentrale in Frankfurt und zwei Filialen in Mannheim und in Berlin gestartet. Nach Köln sollen weitere Neueröffnungen folgen. "Die Nachfrage seitens der muslimischen Community reißt nicht ab", erzählt Aslanoglu. Drei Viertel sind Privatkunden, der Rest Verbände, Unternehmen, Institutionen. Für gläubige Mitarbeiter und Kunden stehen Gebetsräume bereit. Geschätzte 15 Prozent der Kundschaft haben dem Sprecher zufolge keinen muslimischen Hintergrund.

In den islamischen Kernmärkten - Türkei oder arabische Länder - wachse korankonformes Banking deutlich stärker als das konventionelle, so Wackerbeck. Das Geschäftsmodell sei aber hierzulande nur wenigen bekannt. Aus internationalen Studien weiß Wackerbeck: "Kaum ein muslimischer Kunde, so fromm er auch sein mag, ist bereit, für schariakonforme Geschäfte mehr zu zahlen als bei einer anderen Bank. Und alle möchten eine gute Rendite". Wie also wird es profitabel, wenn alles wegfällt, was nicht Allahs Gefallen findet?

Konkret läuft es so: Braucht ein Kunde Geld, um ein Haus zu erwerben oder ein Auto, kauft die KT Bank dieses für ihn. "Wir verkaufen dem Kunden das Objekt dann mit einem Finanzierungsaufschlag weiter, er bezahlt in Raten", erläutert Aslanoglu. Manchmal wird es angesichts deutscher Rechtsnormen etwas komplizierter. Beispiel: Damit beim Immobilienkauf nicht zweimal die Grunderwerbsteuer gezahlt werden muss - einmal von der Bank, einmal vom Kunden - bilden beide eine Gesellschaft, kaufen das Haus gemeinsam, dann zieht sich die Bank zurück. Aslanoglu: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe das als korrekt eingestuft.

Viele gläubige Muslime, die keinen zinsgebundenen Kredit wollten und daher zur Miete gewohnt hätten, leisteten sich nun mit diesem Finanzierungsmodell ein Eigenheim, sagt Aslanoglu. "Wer sein Geld früher in der Sparsocke hatte, kommt jetzt zu uns." Das Geld werde in die reale Wirtschaft investiert - damit würden also Objekte, Güter gekauft - und der Kunde partizipiere am Erfolg seiner Einlage in Form einer Gewinn- und Verlustbeteiligung.

Experte Wackerbeck erläutert: "Beim Islam-Banking gibt es die Theorie einerseits und die gelebte Praxis andererseits. Konkret werden die Modelle so gebaut, dass sie klassische Einlagengeschäfte nachbilden. Dem Kunden zahlt man einen Ertrag, der dem Zins bei einer klassischen Bank entspricht." Falls es mal schwache Jahre gebe, halten Islam-Banken in der Regel Gewinnausgleichreserven bereit, erklärt Wackerbeck: "Das ist weiß Gott nichts Schlechtes."

Wohl kaum ein Geldhaus werde so unter die Lupe genommen, betont Cengizer: Ein Scharia-Ethikrat prüft jedes Produkt und jeden Vertrag. Die BaFin kontrolliert, ob alles mit nationalem Recht konform geht. Und der Aufsichtsrat in der Türkei schaut ebenfalls genau hin. Die angespannten deutsch-türkischen Polit-Beziehungen haben sich bisher nicht negativ ausgewirkt, sagt Cengizer. "Im Gegenteil, wir haben zusätzlich Zulauf, auch von arabischstämmigen Kunden."

Wien (APA) - Auf die Kritik von Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl vom vergangenen Donnerstag, wonach die Vorstandsbezüge der im ATX notierten Unternehmen in Österreich "extrem zu hoch" seien, wirft das Wirtschaftsforum der Führungskräfte der AK-Präsidentin vor, eine "unnötige und nicht auf Fakten basierende Neiddebatte" zu schüren.
 

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Wirtschaftsforum der Führungskräfte: AK schürt Neiddebatte

Wien/Wels (APA) - Die Sporthandelskette Intersport hat im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 das nach eigenen Angaben "erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte" hingelegt. Aufgrund zahlreicher Neueröffnungen und hoher Steigerungsraten in den Bereichen Ski, Rad sowie Outdoor stieg der Österreich-Umsatz um 14 Prozent auf 575 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Montag bekanntgab.
 

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Intersport - Umsatzsprung dank Filialexpansion und hoher Nachfrage

Brüssel (APA/Reuters) - Italien hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Giovanni Tria nicht die Absicht, den von der EU-Kommission zurückgewiesenen Entwurf für den Haushalt 2019 zu ändern. Der vorgelegte Etat sei "sehr maßvoll" expansiv, sagte Tria am Montag vor Journalisten in Brüssel zudem.
 

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Tria: Italien wird seine Haushaltspläne nicht ändern