VW und Renault-Nissan-Mitsubishi: Kampf um die Spitze

Frankfurt (APA/AFP) - Der deutsche Autobauer Volkswagen und die französisch-japanische Herstellerallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi ringen um den Titel als weltweit größter Autobauer. Die VW-Gruppe verkaufte vergangenes Jahr weltweit 10,74 Millionen Fahrzeuge, wie sie am Mittwoch mitteilte. Bei den reinen Autoverkäufen erklärte sich aber Renault-Chef Carlos Ghosn zum Spitzenreiter.

"Die Allianz ist der größte Autobauer der Welt, das wurde gerade bestätigt", sagte Ghosn vor dem französischen Parlament. Zwar hatte seine Gruppe vergangenes Jahr insgesamt nur 10,6 Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft - allerdings würden bei Volkswagen rund 200.000 Lkw der Marken Scania und MAN eingerechnet, argumentierte Ghosn.

VW-Chef Matthias Müller erklärte, Volkswagen habe im vergangenen Jahr ein "historisch gutes Auslieferungsergebnis" erzielt. Gegenüber dem Vorjahr verkaufte der Konzern, zu dem Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche gehören, 4,3 Prozent mehr Autos - ein neuer Rekord. "Wir sind dankbar für das Vertrauen unserer Kunden, das in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt", erklärte Müller.

Der Großteil der verkauften Fahrzeuge, nämlich 6,2 Millionen, entfiel auf die Marke VW. Dahinter folgen Audi mit knapp 1,9 Millionen und Skoda mit 1,2 Millionen ausgelieferten Autos. Die Marke Seat setzte 2017 weltweit rund 468.000 Fahrzeuge ab, Porsche 246.000.

In der absatzstärksten Region Asien-Pazifik, zu der auch der größte Einzelmarkt China gehört, stiegen die Zahlen um 4,3 Prozent auf 4,5 Millionen Fahrzeuge. In Europa kam der Konzern mit 4,3 Millionen Auslieferungen auf ein Wachstum von 3,3 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland wurden 2017 knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge verkauft - ein leichter Rückgang um 0,4 Prozent.

Nicht nur Volkswagen setzte vergangenes Jahr in Europa mehr Autos ab. Erstmals seit zehn Jahren stieg die Zahl der Neuzulassungen aller Hersteller wieder über die Marke von 15 Millionen. Wie der europäische Verband ACEA mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 15,1 Millionen Autos verkauft, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Hersteller in Spanien, wo 7,9 Prozent mehr Autos zugelassen wurden, sowie in Italien mit einem Plus von 7,7 Prozent. In Deutschland konnten die Hersteller 3,44 Millionen Neufahrzeugen absetzen - 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

In eine Krise rutschte hingegen der britische Markt. Dort wurden 2017 insgesamt um 5,7 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als ein Jahr zuvor.

Auch im laufenden Jahr könnten die Autoverkäufe zunehmen. So rechnete Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY mit einem Absatzplus zwischen ein und zwei Prozent in der EU, in Deutschland eher mit einer Stagnation. Weltweit könnten die Autoverkäufe von 94,6 Millionen im vergangenen Jahr auf heuer 97 Millionen zunehmen, erwartete der Finanzchef des US-Autobauers Ford, Bob Shanks.

Für sein eigenes Unternehmen blieben die Profite vergangenes Jahr allerdings hinter den Erwartungen von Analysten zurück und werden dieses Jahr sogar noch schwächer ausfallen, sagte Shanks auf der Automesse in Detroit. Als Grund gab Ford höhere Materialkosten und ungünstige Wechselkurse an.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker