VW-Skandal - VW rechnet laut Insider mit 10 bis 20 Verantwortlichen

Wolfsburg - Im Abgasskandal bei Volkswagen geraten nach der Suspendierung mehrerer Top-Manager weitere Führungskräfte ins Visier der Untersuchungen. "Die Zahl der Verantwortlichen wird sich nicht nur auf eine Handvoll beschränken. Das dürfte eine zweistellige Zahl sein, im Bereich von 10 bis 20", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Bisher ging man von maximal zehn Top-Managern aus, die als Drahtzieher der Abgasmanipulationen galten.

Insgesamt konzentrierten sich die internen Untersuchungen auf bis zu 40 Konzernmitarbeiter, die im Umfeld der Manipulationen von Abgaswerten beschäftigt gewesen seien, sagte der Insider. "Darunter ist eine Anzahl Personen, die nicht als Täter infrage kommen, aber als Zeugen." Der Konzern wollte sich nicht zu diesen Informationen äußern. Volkswagen hat bisher sechs Manager beurlaubt, die verdächtigt werden, für die Manipulationen mitverantwortlich zu sein.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen mehrere Personen wegen des Anfangsverdachts auf Straftaten wie Betrug oder Wettbewerbsverstöße. Dafür wurde bereits die Konzernzentrale in Wolfsburg durchsucht. "Angesichts des Umfangs der Ermittlungen ist nicht mit einem Abschluss des Verfahrens in diesem Jahr zu rechnen", sagte ein Behördensprecher. "Wir werten derzeit insbesondere große Datenmengen und Dokumente aus und werden danach den Gang der künftigen Ermittlungen weiter strukturieren."

Zugleich versucht der Konzern, den Abgasskandal selbst aufzuklären. Dafür beginne nun die Sichtung von Unterlagen, vor allem Computerdateien, sagte der Insider. "Das sind umfangreiche Dokumente aus den letzten zehn Jahren, vor allem E-Mails."

Geprüft werde, was im Zusammenhang mit der Manipulationssoftware in den Jahren 2005/2006 entwickelt worden sei, wer davon gewusst habe und warum die Manipulationen nicht abgestellt worden seien. Die letzte Frage spiele besonders für die Zeit seit 2014 eine Rolle, als sich in den USA Anzeichen auf unlautere Machenschaften bei Volkswagen verdichteten.

Der Konzern ist vollauf damit beschäftigt, die Folgen des Skandals, den VW als "Dieselthematik" bezeichnet, zu bewältigen. Bei der Suche nach Schuldigen sollen nun die Wirtschaftsprüfer von Deloitte helfen. Die Verantwortlichen müssten mit harten Folgen rechnen. Noch unabsehbar sind die Kosten für Bußgelder in den USA und die Welle an Straf- und Schadensersatzprozessen weltweit. Im dritten Quartal hat der Skandal VW bereits einen Verlust von 3,5 Mrd. Euro eingebrockt.

Washington (APA/dpa-AFX) - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend weiter gesunken und auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Die Anträge gingen um 8.000 auf 207.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. So niedrig war die Zahl der Erstanträge zuletzt im Dezember 1969.
 

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US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf tiefstem Stand seit 1969

Wien/Linz (APA) - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) hat im Korruptionsprozess rund um die Privatisierung der Bundeswohnungen und den Linzer Terminal Tower erneut sein Handeln verteidigt. Die Vergabe der Bundeswohnungen sei korrekt, transparent und ein Erfolg für die Republik gewesen. Aber bei der ersten Einvernahme sah Grasser noch eine "katastrophale Optik" durch das Provisionsgeschäft bei der Buwog.
 

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Grasser-Prozess - Grasser verteidigt Vergabe, "Optik katastrophal"

Frankfurt/Wolfsburg (APA/Reuters) - Die Kernmarke Volkswagen des VW-Konzerns soll nach dem Willen von Konzernchef Herbert Diess schon vier bis fünf Jahre früher als bisher geplant eine Rendite von sechs Prozent erreichen. Spätestens 2021 wolle Diess die Marke von sechs statt der bisher bis dahin angestrebten vier Prozent Gewinn vom Umsatz schaffen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag ohne Angabe von Quellen.
 

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Magazin: VW-Chef will höhere Rendite bei VW früher erreichen