VW-Skandal lässt Managerversicherer in Österreich auf Geschäft hoffen

VW galt bis vor kurzem als grundsolides Unternehmen, die Arbeit als Manager in dem Weltkonzern als mäßig risikoreich. Eine trügerische Sicherheit, wie man seit Ausbrechen des Abgasskandals weiß. Spitzenkräfte von VW müssen sich auf Klagen oder Regressforderungen ihres Unternehmens einstellen. Das hat Managerversicherungen in das Bewusstsein gerückt - daraus erhoffen Anbieter in Österreich Schwung.

Nach verschiedensten Medienberichten hat VW eine sogenannte Directors- and Officers-Versicherung (D&O-Versicherung) im Wert von 500 Millionen Euro für ihre Führungsebene abgeschlossen. Angesichts von Schäden, für die bereits 6,5 Mrd. Euro an Rückstellungen gebildet wurden und die nach Klagen in den USA ein Vielfaches dieses Werts erreichen könnten, scheint das wenig. Aber auch Siemens hatte nur eine D&O-Versicherung über 250 Mio. Euro, verglich Brigitta Schwarzer, Geschäftsführerin der "Initiative Aufsichtsräte Austria" (Inara), im Gespräch mit der APA. Die 500 Mio. Euro bei VW werden wohl die Verfahrenskosten für die Manager abdecken, schätzt sie. Das Bewusstsein, wie schnell so ein Schutz nötig werden kann, sei jedenfalls durch den Fall geweckt.

Belastbare Zahlen, wie viele solche Managerhaftpflichtversicherungen in Österreich abgeschlossen wurden, gibt es nicht. Schwarzer, gerichtlich beeidete Sachverständige für solche Versicherungen, schätzt, dass etwa 10.000 Firmen für ihre Spitzenkräfte so eine Versicherung haben. Das Prämienvolumen in Deutschland liege bei 700 Millionen Euro, in Österreich also wohl bei weniger als zehn Prozent davon. Üblicherweise mache die Prämie ein Promille der Versicherungssumme aus - damit läge der in Österreich versicherte Managerschaden bei bis zu 70 Mrd. Euro, so die grobe Größenordnung.

D&O-Versicherungen sind meist maßgeschneidert für Unternehmen, zehn Prozent davon werden auch tatsächlich in Anspruch genommen. Viel Geld verdienen Versicherer damit nicht, meint Schwarzer, die auch als Versicherungsmaklerin tätig ist. Aber Firmen können damit eine Vertrauensbasis zu Spitzenmanagern aufbauen. Denn obwohl die Firma die Versicherung abschließt und die Prämie zahlt, sind dann im Fall des Falles die Manager begünstigt, die Versicherung steht auf ihrer Seite. Den Firmen hilft es aber einerseits im Fall eines Prozesses ihren Ruf zu stärken, andererseits können sie auch auf Zahlungen im Regressfall hoffen.

Die Erfahrung zeigt aber, dass hier noch sehr viel rechtliches Neuland besteht. Auch im Siemens-Fall gab es trotz Versicherungssumme von 250 Millionen Euro einen Vergleich bei 100 Mio. Euro. Zu unklar waren Verantwortung und Schuld einzelner Manager und die Zahlungspflichten der Versicherung, um lange Rechtsstreitigkeiten einzugehen, erinnert sich Schwarzer.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London