VW-Skandal - Aufsichtsrat dauert länger als erwartet

Bei der Sitzung des VW-Aufsichtsrates in Wolfsburg ist Geduld gefragt. Entgegen der ursprünglichen Planung zieht sich das Zusammentreffen des wichtigen Kontrollgremiums zur Abgas-Krise bis in den frühen Nachmittag hin. Die 20 Aufseher von Europas größtem Autobauer waren am Vormittag im Stammwerk zusammen gekommen, um viele wichtige Entscheidungen zu treffen.

Auf der Tagesordnung stehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem die umstrittenen Bonuszahlungen für die Vorstände, die Festlegung der offiziellen Eckzahlen zur Jahresbilanz 2015 und die internen Ermittlungen der US-Kanzlei Jones Day zu den Hintergründen der weltweiten Abgasmanipulationen.

Aus Teilnehmerkreisen hieß es, dass insbesondere die vom Land Niedersachsen, Betriebsrat und Gewerkschaften geforderte Senkung der millionenschweren Vorstandsvergütungen für großen Diskussionsbedarf. Auch beim Umgang mit dem bis Ende April angekündigten Bericht zu den Jones-Day-Ermittlungen gehen die Meinungen der Sitzungsteilnehmer zum Teil weit auseinander. Nach dpa-Informationen steht die Veröffentlichung eines "substanziellen Berichtes" auf Druck der US-Behörden gar nicht mehr zur Debatte.

Dem Termin war in der Nacht eine lange Sitzung des VW-Präsidiums sowie der Anteilseigner und der Arbeitnehmerseite vorausgegangen. Dabei hatten sich die Verantwortlichen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf verständigt, dass der Konzern wegen des Abgas-Skandals in seiner Bilanz für 2015 rund 16,4 Mrd. Euro zurückstellt. Damit steigt der Puffer für die bisher absehbaren Kosten der Diesel-Krise nach bereits erfolgten Rückstellungen im dritten Quartal noch einmal um fast 10 Mrd. Euro an.

Mit den Rückstellungen in zweistelliger Milliardenhöhe steuert Europas größter Autobauer auf den größten Verlust in seiner Geschichte zu. Im Jahr 1993 hatte es zuletzt einen Fehlbetrag gegeben: 1,94 Mrd. D-Mark, also rund eine Milliarde Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er-Jahren waren weit geringer.

Paris (APA/AFP) - Die Eurotunnel-Gruppe gibt sich einen neuen Namen: Die Betreiberin des Eurotunnels unter dem Ärmelkanal heißt künftig Getlink, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Damit markiere es seinen Eintritt in eine "neue Ära der Mobilität". An den Börsen Euronext Paris und London werde das Unternehmen mit dem Börsenkürzel GET notiert bleiben.
 

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Eurotunnel-Gruppe tauft sich um in Getlink

Hongkong (APA/Reuters) - Alibaba übernimmt für umgerechnet 2,5 Milliarden Euro einen Anteil von mehr als einem Drittel an Chinas größtem Betreiber von SB-Warenhäusern. Der Amazon-Rivale kaufe den direkten und indirekten Anteil von insgesamt etwa 36 Prozent an der Sun Art Retail Group von der Ruentex-Group, hieß es in einer Erklärung am Montag.
 

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Alibaba kauft sich bei Chinas größtem SB-Warenhausbetreiber ein

Düsseldorf (APA/dpa) - Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat Widerstand gegen die geplanten Stellenstreichungen am Standort Mülheim angekündigt. "In den kommenden Tagen werden wir mit den Kolleginnen und Kollegen bei Siemens beraten, wie wir den Widerstand gegen diese Pläne gestalten", sagte der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, der "Rheinischen Post" (Montag).
 

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IG Metall in NRW plant Widerstand gegen Siemens-Pläne