VW-Dieselskandal - Konzern in einem Einzelfall ungewöhnlich großzügig

Österreichs VW-Händler tauschen kostenlos Altauto gegen höherwertigeren Neuwagen. Laut Konsumentenschützer (VKI) sind fast die Hälfte der Betroffenen mit Software-Update unzufrieden. Die Liste Pilz stellt nun Fragen ann Innenminister Sobotka zu der 2900 Volkswagen starken Dienstwagenflotte der Polizei.

Wien/Wolfsburg. Der VW-Konzern hat sich im Zuge des Abgasskandals nun in einem Einzelfall ungewöhnlich großzügig gezeigt. Dem enttäuschen oberösterreichischen VW Tiguan-Besitzer wurde nicht nur angeboten seinen Altwagen zurückzunehmen, er hätte dafür sogar noch einen teureren Neuwagen ohne Mehrkosten bekommen. Der VW-Besitzer spielte aber nicht mit und nun ist das Gericht am Zug, wie der "Standard" berichtet.

VW-Generalimporteur Porsche Austria bestätigte heute auf APA-Anfrage den Bericht, demnach hatte das Auto mit Schummelsoftware einen Neupreis von 44.000 Euro, das Auto, dass VW dem Mann nun kostenlos angeboten hätte, stand mit 48.000 Euro in der Liste. Dass sich der Konzern mit der Zahlung einen Prozess vom Hals schaffen wollte, dementiert die Porsche Holding.

"Im Einzelfall wurden Fahrzeugeintäusche auf Kundenwunsch durchgeführt, sofern dies aus wirtschaftlicher und prozessökonomischer Sicht der beklagten Partei sinnvoll und zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit erforderlich war. Das ist das übliche Geschäft von Fahrzeughändlern, unabhängig von der Abgasthematik", so die Holding zur APA.

Laut "Standard" wird es jedenfalls in den nächsten Tagen spannend für den Konzern. Das Gericht in Linz hat einen Sachverständigen der TU Wien beauftragt, zu prüfen, ob der mit Schummelsoftware ausgerüstete Kompakt-SUV die im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) vorgeschriebenen Stickoxidwerte (NOx) einhält - und zwar ohne die vom deutschen Kraftfahrtbundesamt als verbotene Abschalteinrichtung qualifizierte Manipulationssoftware.

Die Expertise des Sachverständigen Werner Tober vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik soll laut Gerichtsfahrplan Mitte November vorliegen. Doch Anfang November wurde das VW-Autohaus, in dem der Kläger den Tiguan gekauft hatte und das zur Porsche Holding gehört, aktiv und unterbreitete ein Vergleichsangebot. Selbiges sah den eingangs erwähnten Fahrzeugtausch vor.

Dieser Gratis-Eintausch Alt gegen Neu wäre laut "Standard" an Bedingungen gebunden: Unter anderem daran, das Gerichtsverfahren in Linz außergerichtlich erledigen zu wollen, "und zwar bevor der Sachverständige sein Gutachten an das Gericht übermittelt".

Laut einer Umfrage des Vereins für Konsumenteniformation (VKI) sind 43 Prozent der Besitzer eines Fahrzeugs des VW-Konzerns mit Schummelsoftware mit den Motor-Updates unzufrieden. Am störendsten würden ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungseinbrüche im oberen und unteren Drehzahlbereich und ein deutlich spürbares "Ruckeln" des Motors empfunden.

Der VKI fordert vom Unternehmen eine umfassende Garantieerklärung, denn: "Wenn es keine Probleme gibt, dann kann eine solche Garantieerklärung problemlos von VW abgegeben werden." Der VKI empfiehlt den Betroffenen, diese Erklärung von VW einzufordern.

Peter Kolba, Klubobmann der Liste Pilz und langjähriger Verbraucherschützer, geht noch einen Schritt weiter und fordert heute das Innenministerium auf, wegen seiner 2.400 Leasingfahrzeuge aus dem VW-Konzern aktiv zu werden. "Wir fragen Innenminister Sobotka, ob er wenigstens im Lichte kritischer Gutachten bereit wäre, Schadenersatzansprüche gegen VW rechtzeitig vor 31.12.2017 geltend zu machen, oder ob die Absicht besteht, diesen Termin zu verschlafen?" so Kolba.

Leverkusen/St. Louis (APA/dpa) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer kann mit der Integration des übernommenen US-Saatgutunternehmens Monsanto beginnen. Mit dem nun vollzogenen Verkauf von Geschäftsteilen an den deutschen Konkurrenten BASF sind die Voraussetzungen erfüllt, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. Bayer ist bereits seit dem 7. Juni alleiniger Eigentümer von Monsanto.
 

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Bayer beginnt mit Monsanto-Integration

New York/Palo Alto (Kalifornien) (APA/Reuters) - Tesla-Chef Elon Musk und seinem Unternehmen drohen nach Einschätzung von Rechtsexperten keine drakonischen Strafen für die womöglich voreilige Ankündigung eines Börsenabschieds per Twitter.
 

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Experten - Tesla-Chef kann auf Milde der Börsenaufsicht hoffen

Wolfsberg (APA) - Das australische Unternehmen European Lithium, das auf der Koralpe im Süden Österreichs Lithium abbauen möchte, ist auf Investorensuche. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (AG) und ein Listing im amtlichen Handel an der Wiener Börse seien geplant, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Seit Oktober 2017 notiert European Lithium bereits am Dritten Markt der Wiener Börse.
 

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European Lithium will in amtlichen Handel an Wiener Börse