VW-Skandal - Cobin Claims hat erste "Sammelklage" in Wien eingebracht

Die private Wiener Initiative Cobin Claims hat wegen Abgasmanipulationen für mehrere Autobesitzer eine Klage gegen Volkswagen eingebracht. Bis Ende August könne noch Klagen eingereicht werden, dann läuft die Gewährleistungsfrist ab.

Wien/Wolfsburg. Die private Wiener Plattform Cobin Claims hat, wie angekündigt, eine "Sammelklage" gegen den VW-Konzern wegen der Abgasmanipulation eingebracht. Cobin vertritt fünf Autobesitzer am Handelsgericht Wien, weitere Klagen in den Bundesländern sollen folgen. VW hat nun vier Wochen Zeit für eine Klagsbeantwortung. Ziel sei es eine direkte Abgeltung in Geld von ca. 15 Prozent des Kaufpreises zu erhalten.

Cobin Claims rechnet mit einem sehr langwierigen Gerichtsverfahren, an dessen Ende - so zeige die Erfahrung - nicht unbedingt ein Urteil stehen müsse. Vielmehr sei es so, dass die beklagten Konzerne, nach einigen Runden vor Gericht, dann doch den Vergleich mit den Klägern suchen, so Vereinsobmann Oliver Jaindl am Dienstag vor Journalisten.

Vorige Woche hatte Cobin die Seite dieselklage.at hochgeladen, gut 100 Kunden des VW-Konzerns - Private wie Flottenbetreiber - hätten sich mit den entsprechenden Unterlagen bereits registriert, so Jaindl. Bis Ende August sei noch Zeit mitzumachen, dann laufe die Gewährleistungsfrist aus, gibt Jaindl zu bedenken.

Er betonte, dass der Schaden für die von der Manipulation betroffenen Kunden schon beim Kauf des Autos eingetreten sei. Erstens sei das Produkt beim Kauf aufgrund der real schlechten Schadstoffwerte im Vergleich zu den Mitbewerbern überpreist gewesen, zweites breche der Gebrauchtwagenmarkt für die manipulierten Fahrzeuge ein.

Um das Prozessrisiko für die Kläger zu minimieren arbeitet Cobin Claims mit dem Prozessfinanzierer Calunius zusammen. Das Erfolgshonorar beträgt 35 Prozent des zugesprochenen Schadenersatzes. Eingebracht wird von Cobin keine klassische Sammelklage wie sie in den USA weit verbreitet ist, da es dieses Rechtsinstrument in Österreich nicht gibt. Daher arbeitet Cobin über den Umweg, dass es sich das Klagsrecht von Betroffenen abtreten lässt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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