VW muss Jahreszahlen bis Ende April vorlegen

Volkswagen muss seine Bilanz für das abgelaufene Jahr bis Ende April vorlegen. Laut Handelsgesetzbuch hat VW als Kapitalgesellschaft höchstens vier Monate nach dem Abschlussstichtag Zeit, um die Jahreszahlen offenzulegen. Bei VW läuft diese Frist Ende April ab, wie ein VW-Sprecher am Montag bestätigte.

Am Freitag hatte der Konzern den angepeilten Termin im März abgesagt. Bei VW gibt es derzeit viele Unklarheiten bezüglich der Kosten des Abgas-Skandals. Es ist möglich, dass zum Beispiel für mögliche Auto-Rückkäufe in den USA noch Geld zurückgelegt werden muss.

Mit der ursprünglich für April geplanten Hauptversammlung kann sich VW mehr Zeit lassen. Auch das Aktionärstreffen hatte VW auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Aktiengesetz schreibt hier lediglich vor, dass die Hauptversammlung in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres stattfinden muss. So lange dürfte VW seine Aktionäre allerdings kaum hinhalten, denn bei vielen Anlegern gibt es Redebedarf: Die VW-Vorzugsaktie hat seit Ausbruch des Skandals um manipulierte Abgas-Werte im September rund 40 Prozent an Wert verloren.

Indes wechselt VW die Leitung des Qualitätsmanagements im Konzern aus. Zum 15. Februar übernimmt Hans-Joachim Rothenpieler, bisher Entwicklungsvorstand bei Volkswagen Nutzfahrzeuge, das Amt von Frank Tuch, wie der Konzern am Montag mitteilte. Der bisherige Qualitätschef verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch und stehe Volkswagen weiterhin beratend zur Verfügung. Das Unternehmen bedauere die Entscheidung. Tuch war unter den Managern, die wegen des Skandals um die Manipulation von Diesel-Abgaswerten beurlaubt worden waren, wie Reuters von zwei Insidern erfahren hatte. Offiziell bestätigt wurde das nicht. Der 58-jährige Rothenpieler arbeitet seit 30 Jahren bei Volkswagen.

Zudem verschlankt der neue VW-Konzernchef Matthias Müller die Abstimmungswege mit seinem Top-Management wie angekündigt erheblich. Die Zahl der direkt an ihn berichtenden Führungskräfte sei wie geplant "nahezu halbiert", teilte VW am Montag in Wolfsburg mit. Mitte Dezember hatte der Autobauer bekannt gegeben, die "Direct Reports" von mehr als 30 auf 19 Posten senken zu wollen.

VW schließt einen Börsengang seiner Lkw-Sparte nicht aus. "Wir halten uns alle Optionen offen", sagte eine Sprecherin am Montag. "Das gilt sowohl für die Expansion im Ausland, eine mögliche Übernahme oder Partnerschaft wie auch einen Börsengang." Einen Zeitrahmen nannte die Sprecherin nicht. Als erstes hatte die Agentur Bloomberg darüber berichtet. Volkswagen hatte vor einem Jahr den Daimler-Manager Andreas Renschler abgeworben. Er soll als Konzernvorstand die Zusammenarbeit der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania vorantreiben.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro