VW-Dieselskandal - Volkswagen Mexiko streicht Sonderschichten

Puebla/Wolfsburg - Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte streicht das Volkswagen-Werk im mexikanischen Puebla die ursprünglich für Samstag geplanten Sonderschichten. Von Montag bis Freitag werde normal weitergearbeitet, teilte Volkswagen Mexiko am Donnerstag (Ortszeit) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Unternehmen wies damit Berichte zurück, nach denen in dem Werk Kurzarbeit oder Produktionsstopps angeordnet worden seien.

Volkswagen betreibt im mexikanischen Puebla sein zweitgrößtes Werk weltweit. Mehr als 500.000 Fahrzeuge werden dort pro Jahr gefertigt. Ein Großteil der Autos ist für den Export in die USA bestimmt. Dort nahm der jüngste Skandal seinen Anfang: Mit einer Software hatte der Wolfsburger Autokonzern die Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen manipuliert.

Volkswagen ist einer der größten Arbeitgeber im Bundesstaat Puebla im Zentrum des Landes. An dem Unternehmen hängen 78.000 direkte und indirekte Jobs. 150 Zulieferer sind in der Region ansässig. "Eine solche Situation hat natürlich kurzfristig Auswirkungen auf die Verkäufe", sagte Gouverneur Rafael Moreno Valle. Er kündigte an, 200 Fahrzeuge für die lokale Polizei zu kaufen, wie die Zeitung "El Financiero" berichtete.

Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo erklärte, die Auswirkungen des VW-Skandals auf Mexiko seien überschaubar. Die angekündigten Investitionen von Volkswagen und Audi würden weiterhin getätigt, sagte der Ressortchef nach einem Treffen mit VW-Managern im Radiosender Fórmula.

Für die Produktion der Langversion des Tiguan baut Volkswagen das Werk in Puebla aus und investiert eine Milliarde US-Dollar (897 Mio. Euro). Audi errichtet im nahe gelegenen San Jose Chiapa derzeit für rund 900 Mio. Euro ein neues Werk für den Geländewagen Q5.

In Mexiko selbst könnten von dem Skandal um manipulierte Abgaswerte rund 32.000 Fahrzeuge betroffen sein. Dabei handelt es sich um die vierzylindrigen Dieselmodelle vom Typ Transporter, Amarok, Vento, Jetta, Bora, Audi Q3 und Audi A4, die zwischen 2009 und August 2015 verkauft wurden.

Die Staatsanwaltschaft für Verbraucherschutz forderte von VW umfangreiche Informationen über den Fall und behielt sich rechtliche Schritte vor. Harte Konsequenzen wie in den USA muss der Konzern nach Einschätzung der Unternehmensberatung FTI Consulting aber nicht befürchten.

"Die Autos entsprechen bestimmt den mexikanischen Umweltrichtlinien. Hier fehlt noch viel, um die Kontrollorgane zu stärken", sagte der Chef der Beratungsfirma, Sergio Díaz, der Zeitung "El Universal". "Die Priorität liegt hier auf der Erhaltung von Arbeitsplätzen."

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