Vorarlberger Regionalfluglinie InterSky droht Lizenzentzug

Turbulenzen bei Intersky: Wenn der Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit bis zum 3. November 2015 nicht gelingt, wird vom Verkehrsministerium die Lizenz entzogen. Die Liquiditätslücke beläuft sich in Millionenhöhe. Ein mitteldeutschem Investor will einsteigen, die Verhandlungen stünden vor "finaler Entscheidung".

Bregenz/Friedrichshafen Der angeschlagenen Vorarlberger Fluglinie InterSky mit Heimatflughafen Friedrichshafen in Baden-Württemberg droht der Lizenzentzug. Diesen hat das Verkehrsministerium angedroht, sollte die Airline bis zum 3. November 2015 nicht den Beweis der finanziellen Leistungsfähigkeit vorlegen. Scheitert der geplante Verkauf, könnten die Flieger am Boden bleiben müssen. InterSky ist aber zuversichtlich.

Wie durch Recherchen der "Wirtschaftspresseagentur" zutage kam, erging diese Woche ein Schreiben des Verkehrsministeriums an die Geschäftsführer Renate Moser und Roger Hohl. Darin wird InterSky bis zum 3. November 2015 eine letzte Nachfrist zum Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit gesetzt. Daran bestünden seitens der Obersten Zivilluftfahrtbehörde "erhebliche Zweifel". Denn "trotz mehrfacher Urgenz der Behörde" habe InterSky bisher die erforderlichen Unterlagen nicht vorgelegt.

Kommt InterSky dem bis zum 3. November 2015 nicht nach, müsse "das Verfahren zum Widerruf der Betriebsgenehmigung unverzüglich eingeleitet" werden, so das Verkehrsministerium in dem der APA vorliegenden Brief. Geschäftsführer Hohl erklärte dazu am Donnerstag, man werde den Forderungen jedenfalls nachkommen. Wenn das nicht gelingen sollte, "wird das weitere Folgen haben, ob das ein Konkurs ist, darüber haben wir noch nicht nachgedacht".

InterSky ist bereits seit längerem in finanziellen Turbulenzen. Nach APA-Informationen aus internen Dokumenten bestand mit Ende September eine Liquiditätslücke in Millionenhöhe. Hohl wollte das nicht bestätigen, da zu Geschäftszahlen Stillschweigen mit den Verkaufsinteressenten vereinbart worden sei. Dass die noch für heuer geplante Veräußerung eher einem Notverkauf gleicht, stellte Hohl in Abrede. Man suche bereits seit längerem nach einem Investor. Die Frist des Ministeriums und der branchenüblich schwache Winter verschärften die Lage jedoch.

Die deutsche Intro Aviation, der Intersky seit 2012 mehrheitlich gehört, will jedenfalls kein Geld mehr nachschießen. Intro-Aviation-Geschäftsführer Peter Oncken erklärte gegenüber "Austrian Aviation Net" am Donnerstag, man habe InterSky in den vergangenen Monaten massiv unterstützt, sei aber zur Erkenntnis gekommen, dass im Regional-Nischenverkehr aufgrund der Konkurrenz "kein Blumentopf zu gewinnen" sei. Es gelte, den Verkauf nun rasch über die Bühne zu bringen, um den Erwartungen des Ministeriums, der Kunden und der Mitarbeiter gerecht zu werden. "Dass dies nun klappen wird, daran hege ich keinen Zweifel", so Oncken.

Oncken sagte zudem zu, im Fall eines Verkaufs würden alle Gesellschafter auf ihre Darlehen verzichten, um den Fortbestand der Airline zu sichern. Ein neuer Investor müsste allerdings genug Kapital zuschießen, um die langfristige Finanzierung nachweisen zu können. Interesse am Vorarlberger Luftfahrtunternehmen zeigen sollen laut InterSky ein Unternehmen aus Mitteldeutschland und ein Vorarlberger Industrieller. Mit dem mitteldeutschen Unternehmen stehe in den nächsten Tagen eine "finale Entscheidung" an, so Hohl. Zugesagt sei, dass der Flugbetrieb aufrechterhalten werde, sicherlich kämen aber alle Strecken und Flugzeuge auf den Prüfstand. "Fakt ist, es muss sich etwas ändern, damit wir nicht sofort wieder in der gleichen Situation sind", betonte der Geschäftsführer.

Kolportiert wurde ein Verkaufspreis von rund fünf Mio. Euro, was Geschäftsführerin Moser vergangene Woche als "ursprünglichen Kaufpreis" bestätigte. InterSky gehört zu knapp drei Vierteln deutschen Investoren rund um die Intro Aviation. Der Rest steht im Eigentum der Vorarlberger Gründerfamilie Seewald.

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft