Vor Verkauf stehende HSH Nordbank übertraf Gewinnziel 2017 spürbar

Berlin (APA/Reuters) - Die kurz vorm Verkauf stehende HSH Nordbank hat ihr Gewinnziel 2017 deutlich übertroffen. Das Management erwarte ein Vorsteuerergebnis von knapp 300 Mio. Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von zwei Personen, die mit den vorläufigen Daten vertraut sind. Bisher hatte das Institut für 2017 öffentlich mit einem Ergebnis etwa auf dem Vorjahresniveau von 121 Mio. Euro gerechnet.

Die Bank äußerte sich dazu nicht und will ihre Bilanz erst im März vorlegen. Die Zahlen sind gute Nachrichten für das Management um HSH-Chef Stefan Ermisch und die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die die Landesbank auf Druck der EU bis Ende Februar verkaufen müssen. Ermisch war bis März 2006 Finanzvorstand der Bank Austria in Wien gewesen und danach Manager in der Münchner HVB UniCredit bzw. bei der BayernLB.

Derzeit verhandeln die Mehrheitseigentümer exklusiv mit dem Konsortium aus den Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers. Zuletzt war ein Kaufpreis von 700 Mio. Euro bis zu einer Milliarde Euro im Gespräch. Flowers hält bereits gut fünf Prozent an der HSH.

Man habe den Eindruck, beide Seiten seien sich weitgehend einig, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Die beiden Länder lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Allerdings müssten auf der Zielgeraden noch Details und rechtliche Fragen geklärt werden, sagte der Insider. So werde derzeit mit Hochdruck geprüft, wie viele notleidende Kredite aus der HSH herausgelöst werden sollten. Davon hänge auch eine nicht geringe Zahl von Arbeitsplätzen ab. "Offenbar wollen die Investoren, nachdem sie nun jeden Stein zwei Mal umgedreht haben, das ertragreiche Geschäft der Kernbank im Wesentlichen so weiterführen wie bisher", hieß es. Dabei sollten die Kosten auch spürbar getrimmt werden. "Knallharte Einschnitte und große Umbrüche zeichnen sich nicht ab." Offensichtlich hätten die Investoren einen Zeithorizont für ihr Engagement von rund sieben Jahren.

Die EU nimmt nach dem Verkauf das Geldhaus unter die Lupe und muss ihm die Rentabilität und damit die Lebensfähigkeit bescheinigen. Die Vorgaben der Brüsseler Behörden seien ambitioniert, betonten mehrere Eingeweihte. So müsse das Institut künftig etwa eine sogenannte Cost-Income-Quote von 40 Prozent erreichen und eine Vorsteuerrendite von rund acht Prozent erzielen. Dafür müsse die HSH noch einmal effizienter werden und Kosten sparen. "Die Leute können sich jetzt nicht zurücklehnen", sagte ein Insider. Mittelfristig dürfte die Zahl der Arbeitsplätze auf rund 1300 bis 1400 fallen - von derzeit fast 2000. Ende 2008 gab es noch über 5000 Beschäftigte.

Die HSH war durch die Finanzkrise und wegen der Schiffskrise in Schieflage geraten. Hamburg und Schleswig-Holstein mussten ihre Landesbank mit Garantien und Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro vorm Aus retten. Über Gebühren dafür flossen etwa drei Milliarden Euro von der Bank zurück an die Länder. Der Verkauf wäre ein großer Erfolg, denn viele Kritiker und Fachleute hätten dies lange nicht für möglich gehalten. Unter Ermisch hat das Institut die Risiken deutlich zurückgefahren. Der 52-Jährige würde auch unter den neuen Eignern gerne weitermachen, heißt es im Umfeld der Bank.

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