Volkswirte: Im Oktober sinkt deutsche Arbeitslosenzahl auf 2,66 Mio.

Nürnberg - Noch präsentiert sich der deutsche Arbeitsmarkt in einer Top-Verfassung. Der Herbstaufschwung lässt die Zahl der Arbeitslosen nach Volkswirte-Prognosen im Oktober noch einmal sinken. Doch schon im nächsten Jahr zeichnet sich ein Ende des Jobaufschwungs ab.

Der Herbstaufschwung hat die Zahl der Arbeitslosen nach Experteneinschätzung im Oktober auf 2,66 Millionen sinken lassen. Das wären um rund 48.000 weniger als im September und um rund 70.000 weniger als im Vorjahr. Die Zahlen zeigten, dass der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Verfassung sei, berichteten Volkswirte in einer dpa-Umfrage. Doch die Zeiten stagnierender oder gar sinkender Arbeitslosigkeit gehen nach ihrer Einschätzung allmählich zu Ende. "Ein paar Bremseffekte werden in den nächsten Monaten zu sehen sein", sagte etwa der Ökonom Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Oktober will die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute, Donnerstag, in Nürnberg bekanntgeben.

Für das kommende Jahr rechnen die meisten Volkswirte mit leicht steigenden Arbeitslosenzahlen. Sie führen dies auf die Konjunkturabkühlung in Schwellenländern wie etwa in China zurück, aber auch auf die große Zahl von Flüchtlingen, die nicht sofort in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden könnten. Auch der VW-Abgasskandal könnte den Jobmarkt treffen, befürchten einzelne Volkswirte. "Den VW-Effekt wird man sehen, aber das wird kein sehr starker Effekt sein", sagte etwa Kipar.

Unterdessen setzt sich der seit Monaten anhaltende Stellenboom fort: Trotz ungewisser Konjunkturaussichten sucht die deutsche Wirtschaft nach Bundesagentur-Angaben derzeit so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur kletterte im Oktober mit 202 Punkten (plus 5 Punkte zum Vormonat) erstmals in seiner Geschichte über die 200er-Marke und erreichte damit ein neues Rekordniveau, teilte die Nürnberger Behörde am Mittwoch mit.

Eine ähnliche Entwicklung beobachtet auch das Münchner Ifo Institut. Dessen Beschäftigungsbarometer, das auf den Personalplanungen von 9.500 befragten Unternehmen beruht, stieg im Oktober auf den höchsten Wert seit Jänner 2012, wie das Institut mitteilte. Insgesamt habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach Volkswirte-Prognosen im Oktober verbessert. Die offiziellen Oktober-Arbeitslosenzahlen will die Nürnberger Bundesbehörde an diesem Donnerstag veröffentlichen.

Die Bundesagentur führt den anhaltenden Aufwärtstrend auf die ihrer Ansicht nach andauernde "positive konjunkturelle Grundtendenz" zurück. Nach BA-Beobachtungen gibt es praktisch in allen Branchen mehr unbesetzte Stellen als vor einem Jahr. Am stärksten stieg die Arbeitskräftenachfrage im Vergleich zum Oktober 2014 im Handel. Aber auch viele Pflegeheime, Kliniken, Kindertagesstätten und andere Sozialeinrichtungen hätten im Oktober nach qualifizierten Mitarbeitern gesucht. Ein Drittel aller offenen Stellen stamme von Leiharbeitsunternehmen. Eine Rolle spiele auch, dass viele Stellen wegen des Kräfteengpasses oft länger als früher unbesetzt blieben.

Luxemburg (APA/AFP) - Unternehmen können sich nicht missbräuchlich auf bestehende Steuerregeln berufen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschied am Mittwoch, dass "missbräuchliche Praktiken von Wirtschaftsteilnehmern" von der Anwendung des EU-Rechts nicht gedeckt sind. Konkret bestätigte der EuGH eine Mehrwertsteuerforderung der Steuerbehörden in Irland für den Verkauf von Immobilien. (Az: C-251/16)
 

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EuGH-Urteil: Legal aber missbräuchlich heißt illegal

Luxemburg (APA) - Die landwirtschaftliche Produktion in der EU ist 2016 im Vergleich zu 2015 um 2,8 Prozent zurückgegangen. Österreich verzeichnete dagegen einen Zuwachs von 0,5 Prozent. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, nahm sowohl die tierische (minus 3,3 Prozent) als auch die pflanzliche (minus 2,5 Prozent) Erzeugung in der EU ab.
 

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Agrarproduktion ging in EU um 2,8 Prozent zurück, Österreich mit Plus

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission hat sich Mittwoch bei der Präsentation ihrer Empfehlungen zu den Budgetentwürfen der Staaten für 2018 im Rahmen des Europäischen Semesters positiv über die wirtschaftliche Entwicklung gezeigt. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici jubelte über das beste Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren. Das durchschnittliche Defizit im Euroraum werde 2018 weniger als ein Prozent betragen.
 

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EU-Kommission erfreut über bestes Wirtschaftswachstum seit 10 Jahren