Volkshilfe-Umfrage: 86 Prozent für Mindestlohn von 1.700 Euro

Die Volkshilfe will mit einer Umfrage die Verteilungsdebatte neu anfachen. Demnach seien 86 Prozent der Österreicher für einen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto für einen Vollzeitjob. Dieser sollte auch für Flüchtlinge gelten, sagte der Direktor der Volkshilfe, Erich Fenninger, am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Er forderte auch verpflichtende Deutschkurse schon für Asylwerber.

"Wir müssen Arbeitszeit und Einkommen gerechter verteilen", sagte Fenninger angesichts der Rekordarbeitslosigkeit, der Gehaltsschere von Männern und Frauen und dem Auseinanderklaffen der obersten und untersten Einkommen. Laut der Volkshilfe-Umfrage, von SORA im März unter 1.058 Personen durchgeführt, sind 79 Prozent dafür, dass Personen mit sehr hohen Einkommen einen höheren Beitrag zum Steueraufkommen leisten.

Für ebenfalls 79 Prozent sind Frauen am Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Gespalten sind die Umfrage-Teilnehmer in der Frage, ob angesichts der hohen Arbeitslosigkeit die Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden verkürzt werden sollte. 23 Prozent stimmen sehr zu, weitere 23 Prozent stimmen ziemlich zu, aber 24 Prozent stimmen wenig zu, 22 Prozent gar nicht.

Für Fenninger ist eine mögliche Erklärung, dass Menschen durch eine Kürzung der Arbeitszeit auch eine Kürzung der Einkommen befürchten. Daher sollte man künftig auch den Aspekt des vollen Lohnausgleichs berücksichtigen. Fenninger geht auch davon aus, dass sich Unternehmen den Mindestlohn von 1.700 Euro leisten können. "Großkonzerne auf jeden Fall, Start-ups mit öffentlichen Förderungen ebenfalls", so Fenninger. Er kann sich auch vorstellen, Firmen im Gegenzug steuerlich zu entlasten, der Faktor Arbeit sei zu hoch besteuert, so Fenninger, der stattdessen auf Umwelt- und Vermögenssteuern setzen würde.

Laut der Umfrage sind auch acht von zehn Befragten für die Volkshilfe-Forderung nach verpflichtenden Deutschkursen für Asylwerber. Für jüngere Flüchtlinge sollte es einen "Bildungscheck" und "eine Art Ausbildungsverpflichtung" geben. Es gehe darum, sie dabei zu unterstützen, Perspektiven zu entwickeln, erklärte Fenninger.

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Der Streit zwischen der Ryanair-Tochter Laudamotion und der Gewerkschaft …