Volksbanken ziehen weitere Kostenschrauben an

Wien (APA) - Nach der Zerschlagung des alten Spitzeninstituts ÖVAG haben sich die Volksbanken unter Führung der Volksbank Wien neu aufgestellt. Aus österreichweit 58 Banken wurden in drei Jahren neun. Nach den Fusionen geht es an eine Konzentration im Betrieb. Die Kostenbelastung sei weiter viel zu hoch, erklärte Volksbank-Wien-Chef Gerald Fleischmann am Mittwoch.

In drei Jahren soll die Kosten-Ertrags-Relation von jetzt 80 auf rund 60 Prozent zurückgefahren werden. Die nach der bisher letzten regionalen Volksbanken-Fusion vor einigen Wochen erreichte Zielstruktur (acht Volksbanken, ein Spezialinstitut) will Fleischmann nicht in Frage stellen. Befürchtungen von Volksbankern, durch die vielen Fusionen die Identität zu verlieren, sieht die Zentrale in Wien gebannt.

Bis Ende des Jahres laufen noch die vor drei Jahren vereinbarten Sozialpläne für von Fusionen betroffene Beschäftigte. Seit Sommer 2015 wurde die Mitarbeiterzahl von damals 4.500 auf jetzt rund 3.650 (Vollzeitrechnung) reduziert. Die Fusionen seien ohne betriebsbedingte Kündigungen abgegangen. Mit der Bündelung übergeordneter Bankaktivitäten, nicht notwendigerweise in Wien, wie es heißt, wird ein weiterer Abbau einhergehen.

Weitere Kosten einsparen will man u.a. durch eine einheitliche IT oder einheitliche Kreditabwicklung. Noch gebe es nicht nur neun Abwicklungseinheiten für Kredite, sondern auch immer noch neun Kundencenter oder neun Personalverrechnungsabteilungen. Auch im Einkauf soll zusammengespannt werden.

Seit Sommer 2015 wurde die Zahl der Volksbankfilialen um ein Drittel reduziert, eine Vielzahl der früheren lokalen Bankstellen hatte nur zwei bis drei Mitarbeiter. Die verbliebenen Filialen haben mehr Angestellte. "Die Österreicher wollen Bargeld und Kassentätigkeit haben. Das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben", meint Fleischmann. "Wir gehen davon aus, dass die Filialen weiter der wichtigste Vertriebskanal der Volksbanken bleiben. Den werden wir auch aktiv bespielen." Zugleich werde ins Onlinebanking investiert.

Die Volksbank soll künftig eine reine Österreich-Bank sein. Von letzten verbliebenen Auslandsaktivitäten trennt sich die Gruppe gerade. Im Frühling hat die Volksbank Vorarlberg ihre (defizitäre) Tochter in der Schweiz verkauft. Nun werden Kaufangebote für die Volksbank Liechtenstein eingesammelt. Die Aktiva der letzten Leasingfirma (in Slowenien) werden demnächst nach Österreich transferiert.

Auch Immobilienbesitz wird zurückgefahren. Laut "Börsianer" soll die Volksbank Wien eine neue Zentrale an der Lände in Wien beziehen. Die Zentrale in der Kolingasse solle bis Ende 2019 verkauft sein.

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