Vodafone-Deutschland-Chef tritt überraschend zurück

Nach einem erneuten Gewinneinbruch bei Vodafone Deutschland hat Unternehmenschef Jens Schulte-Bockum überraschend seinen Rücktritt erklärt. "Für mich ist es an der Zeit, mich Neuem zuzuwenden", erklärte der Manager am Dienstag. Er werde die Tochter des britischen Vodafone -Konzerns aber noch für eine Übergangszeit weiterführen. Wegen des anhaltenden Preiskriegs ist die Deutschland-Tochter schon seit Jahren ein Sorgenkind des Mobilfunkanbieters. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brach der operative Gewinn (Ebitda) um elf Prozent auf 3,4 Milliarden Euro ein. Grund war, dass der Rivale der Deutschen Telekom die Tarife stärker senken musste als die Konkurrenz. Im Vorjahr hatte das Gewinn-Minus sogar 18 Prozent betragen.


Schulte-Bockum ist seit 2012 Chef von Vodafone Deutschland und hat als solcher vor allem die Übernahme und Integration von Kabel Deutschland auf den Weg gebracht. Vodafone-Chef Vittorio Colao erklärte, Schulte-Bockum habe beim Ausbau des Netzes und des Services in Deutschland Maßstäbe gesetzt. Einen Nachfolger will Vodafone-Deutschland "zu gegebener Zeit" bekanntgeben.

Vodafone hatte in Deutschland lange mit einer zu großen Auslastung der älteren Netzteile, die auf den UMTS- und GSM-Technologien basieren, zu kämpfen. Die Folge waren Gesprächsabbrüche und schlechte Verbindungen. Der Konzern reagierte mit einer Ausbau-Offensive und schraubte die Investitionen in Deutschland im vergangenen Finanzjahr auf 1,9 Milliarden Euro hoch von 1,3 Milliarden im Jahr davor. Doch die erhoffte Trendwende blieb bislang aus: Der Mobilfunkumsatz ohne Handy-Subventionen sank im vorigen Jahr um 3,5 Prozent. Marktführer Telekom hingegen verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus von 2,8 Prozent, und bei Telefonica Deutschland kletterten diese Erlöse um 1,5 Prozent.

Unter Druck steht auch die Londoner Konzernmutter. Hier sanken die Erlöse im Geschäftsjahr 2014/15 um 1,6 Prozent auf 38,5 Milliarden Pfund (53,6 Milliarden Euro). Der operative Gewinn ging im Kerngeschäft um knapp sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Pfund zurück. Nach sieben Jahren mit Rückgängen sieht Vodafone allerdings den Weg für eine Stabilisierung der Gewinne geebnet. Für das Geschäftsjahr 2015/2016 rechnet das Unternehmen mit einem Ergebnis im Kerngeschäft zwischen 11,5 Milliarden und zwölf Milliarden Pfund (16,6 Milliarden Euro). Den Briten machten jahrelang vor allem zurückgehende Ausgaben der Verbraucher für die Handy-Nutzung auf europäischen Märkten sowie regulatorische Preissenkungen zu schaffen. Anleger zeigten sich von den Zahlen enttäuscht. Vodafone-Aktien gaben um mehr als zwei Prozent nach.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018