VKI-Energiekosten-Stop-Aktion - E-Control sieht mehr Wettbewerb

Wien (APA) - Die Energieregulierungsbehörde E-Control erwartet durch die Neuauflage der Energiekosten-Stop-Aktion des Verein für Konsumenteninformation (VKI) einen "weiteren Schub für mehr Wettbewerb am Energiemarkt", so Vorstand Martin Graf heute in einer Pressemitteilung.

Im Vorjahr haben sich laut E-Control bis Ende September insgesamt 233.000 Haushalte und Unternehmen einen neuen Lieferanten gesucht. "Die VKI-Aktion hat vielen Konsumenten die Scheu vor einem Anbieterwechsel genommen", so Graf. Vielen sei klar geworden, dass der Wechsel keine Hexerei sei. "Der Wechsel geht einfach und schnell. Mit wenig Aufwand spart man sich eine Menge Geld". Aktuell liege das Einsparpotenzial für einen Durchschnittshaushalt (3.500 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch und 15.000 kWh jährlicher Gasverbrauch) beim Wechsel des Strom- und Gaslieferanten bei bis zu rund 500 Euro inklusive Rabatten. Das seien die höchsten Werte seit Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte in den Jahren 2001 und 2002. Ohne Rabatte kann man beim Umstieg vom regionalen Standardversorger zum günstigsten Anbieter laut VKI bis zu 367 Euro sparen.

Der österreichweit tätige Anbieter switch, eine Tochter der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Energie Burgenland), werde die VKI-Preise auch heuer auf jeden Fall wieder unterbieten, erklärte Geschäftsführer Rene Huber heute vor Journalisten. Bei der ersten VKI-Aktion hat switch bereits die Preise der Einkaufsgemeinschaft unterboten. Man habe damit 5.000 Kunden gewonnen, so Huber. Insgesamt hat switch rund 60.000 Gas- und Stromkunden, davon 25.000 in Österreich und 35.000 in Deutschland.

Die beiden Lieferanten der ersten VKI-Aktion, die Enamo-Tochter stromdiskont und goldgas, schließen eine neuerliches Angebot nicht aus. stromdiskont wird voraussichtlich mitbieten. Man habe bereits erprobte Systeme für den Wechselvorgang, so Enamo-Geschäftsführer Hans Zeinhofer zur APA. Den bestehenden Kunden der VKI-Aktion seien Verlängerungsmöglichkeiten mit unter anderem 30 Gratisstromtagen angeboten worden. Dies sei in "sehr hohem Ausmaß" angenommen worden. Auch goldgas ist grundsätzlich an einer neuerlichen Teilnahme interessiert, wie es aus dem Unternehmen zur APA heißt.

Der Energiepreis wird nach Experteneinschätzung bei der Neuauflage unter dem der ersten VKI-Aktion liegen. Einen Umstiegsbonus wird es diesmal laut VKI nicht geben, bei der ersten Energiekosten-Stop-Aktion hatte dieser 50 Euro betragen. Durchgeführt wird die Aktion mit dem niederländischen Unternehmen Prizewize. Die Provision je Kunde lag im Vorjahr in der Größenordnung von 30 Euro. Der VKI bekommt davon einen Anteil. Allein das Call-Center kostete bei der vorangegangen Aktion rund 700.000 Euro.

Das Vergleichsportal durchblicker.at weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass das aktuelle Einsparpotenzial von 500 Euro um 16 Prozent höher liege als vor einem Jahr. "Der Grund sind die zuletzt starken gesunkenen Energiepreise. Die alternativen Anbieter haben diese Preissenkungen deutlich stärker weitergegeben als die etablierten Energieversorger", so Reinhold Baudischer von durchblicker.at.

Der Branchenverband Oesterreichs Energie weist darauf hin, dass Österreich bei den Netto-Haushaltsstrompreisen (Energie und Netz) mit 13,2 Cent pro kWh im Mittelfeld vergleichbarer Länder mit ähnlichem Kaufkraftniveau liege. Die Steuer- und Abgabenbelastung sei für heimische Stromkunden aber überdurchschnittlich hoch. Mit 7,0 Cent/kWh sei die absolute Steuerbelastung auf Strom die sechsthöchste in Europa. "Die Steigerung der Stromkosten liegt unter der Inflationsrate - und das trotz einer laufenden Erhöhung der Abgabenquote", so Oesterreichs-Energie-Generalsekretärin Barbara Schmidt, in einer Pressemitteilung.

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