VIG-Gewinn bricht 2015 um fast drei Viertel ein

Der Nettogewinn ist um 73,2 Prozent auf 98,2 Millionen Euro gesunken. Die IT-Impairments und andere Abschreibungen ahben im Jahr 2015 das Ergebnis belastet. Die bereits auf 0,60 Euro je Aktie gekürzte Dividende soll dennoch ausgezahlt werden.

Wien. Die Vienna Insurance Group (VIG) musste 2015 einen herben Gewinneinbruch hinnehmen. Das Vorsteuerergebnis (EGT) sank auf ein Drittel, das Konzernnettoergebnis auf gut ein Viertel. Belastend wirkten die tiefen Zinsen, aber auch IT-Impairments und andere Abschreibungen. 2016 will man das EGT zumindest verdoppeln und die Combined Ratio, zuletzt 97,3 Prozent, mittelfristig gegen 95 Prozent verbessern.

Das Konzernergebnis sackte voriges Jahr um 73,2 Prozent auf 98,2 Mio. Euro ab, nach 366,8 Mio. Euro im Jahr 2014, teilte die VIG am Donnerstag mit. Das Ergebnis vor Steuern (EGT) gab von 518,4 Mio. Euro um 66,8 Prozent auf 172,1 Mio. Euro bzw. ein Drittel nach - dieser vorläufige Wert von Mitte März wurde nun bestätigt. Für 2016 sei beim EGT "unter Beibehaltung der konservativen Veranlagungspolitik" mindestens eine Verdoppelung "auf bis zu 400 Mio. Euro" angestrebt. Je Aktie ging das Ergebnis auf 0,66 (2,75) Euro zurück. Als Dividende sind 0,60 (1,40) Euro/Aktie geplant - das entspricht rund 78 Prozent des Netto-Konzerngewinns nach Minderheiten.

Der Group Embedded Value - das Nettovermögen plus der Wert der künftigen Erträge der Bestände in der Lebens- und der Krankenversicherung - stieg 2015 nach Steuern um 8,1 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro, hieß es am Donnerstag weiter. Der Vergleichswert für 2014 wurde nachträglich auf 6,0 Mrd. Euro angepasst.

Die verrechneten Prämieneinnahmen sanken leicht um 1,4 Prozent auf 9,020 Mrd. Euro. Das sei insbesondere auf das anhaltende Niedrigzinsniveau und die daraus resultierende Zurückhaltung beim Vertrieb von Einmalerlägen im Segment Leben zurückzuführen. Das Lebens-Geschäft gegen laufende Prämie entwickelte sich dagegen laut VIG mit einem Plus von 4,9 Prozent sehr gut. Bereinigt um Einmalerläge erreichte die VIG 2,2 Prozent Zuwachs.

Die Sparte Leben verbuchte infolge der Einmalerlagsrückgänge ein Prämienminus von 4,2 Prozent auf 4,02 Mrd. Euro. Gegen laufende Prämienzahlung habe man "ein sehr schönes Plus von 4,9 Prozent" verzeichnet, so VIG-Vorstandschefin Elisabeth Stadler. In der Krankenversicherung legte man um 3,0 Prozent auf 398,0 Mio. Euro zu; der Hauptanteil davon - 381,2 Mio. Euro (+3,5 Prozent) - entfiel auf Österreich.

In der Region Österreich, der auch Italien zugeordnet ist, sank die verrechnete Prämie in Summe um 0,5 Prozent auf 4,06 Mrd. Euro, dabei in Leben um 1,4 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro und in Schaden/Unfall um 0,4 Prozent auf 1,83 Mrd. Euro. In Österreich sei man durch Wiener Städtische, Donau und "s" mit zusammen 23,7 Prozent Marktanteil unangefochten die Nummer 1. Von den knapp 4,1 Mrd. Euro Bruttoprämien kamen 2,4 Mrd. Euro von der Wiener Städtischen, 812 Mio. Euro von der Donau und 858 Mio. Euro von der s Versicherung. Den Gewinn vor Steuern (EGT) steigerte die VIG in Österreich um 25,5 Prozent auf 213,0 Mio. Euro, und die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Prämien - verbesserte sich in der Region Österreich netto auf 97,5 (99,9) Prozent; im Gesamtkonzern stieg sie dagegen auf 97,3 (96,7) Prozent.

In Schaden/Unfall wuchsen die Einnahmen der Gruppe um 0,8 Prozent auf 4,60 Mrd. Euro. Dabei habe das Firmengeschäft um 7,0 Prozent und das KMU-Geschäft um 6,0 Prozent zugelegt. Das Prämienplus in Rumänien (+21,4 Prozent) sowie in den Übrigen Märkten (+7,3 Prozent) hob die VIG besonders hervor. Insgesamt habe man den Zuwachs trotz restriktiver Zeichnungspolitik in Italien und im polnischen Kfz-Bereich erzielt.

Das Finanzergebnis des Konzerns lag bei 1,075 Mrd. Euro - um 3,8 Prozent tiefer, "beeinflusst durch geringere laufende Finanzerträge aufgrund des Niedrigzinsumfelds", wie es heißt. Die Kapitalanlagen (samt liquiden Mitteln) lagen per Jahresende 2015 bei 31,8 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 2,2 Prozent. Zum Gewinn vor Steuern (EGT) trugen die VIG-Märkte in Zentral- und Osteuropa 55 Prozent bei. Bei den Konzernprämien betrug der CEE-Anteil 50 Prozent.

Die VIG weise auch eine hohe Solvabilität auf, wird betont. Sie sei der einzige heimische Versicherungskonzern, dem von der Finanzmarktaufsicht (FMA) ein partielles internes Modell zur Berechnung der Solvency-II-Quote genehmigt worden sei. Diese Quote liege bei rund 200 Prozent und damit im Spitzenfeld internationaler Assekuranzkonzerne.

Die mit rund 50 Gesellschaften in 25 Ländern tätige VIG beschäftigte 2015 im Jahresschnitt 22.995 Mitarbeiter, etwas weniger als 2014 (23.360). Dabei ging der Mitarbeiterstand in Österreich leicht auf 5.133 (5.202) zurück, außerhalb Österreichs etwas stärker auf 17.425 (17.725). Auf Zentrale Funktionen entfielen 437 (433) Personen.

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