VIG-Chefin sieht mit neuer Regierung Stärkung der Privatvorsorge

Wien (APA) - Vienna-Insurance-Group-Chefin Elisabeth Stadler sieht mit der neuen Regierung eine Stärkung der privaten Vorsorge. Das "klare Ja" im Regierungsprogramm zu privater Altersvorsorge und zu einer Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes sei "sehr begrüßenswert", sagte Stadler am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Bei der Förderung der privaten Vorsorge sei angesichts der demografischen Entwicklung noch viel zu tun, es gebe Nachholbedarf in Österreich. Die Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge sei ein großer Stabilitätsfaktor für alle und auch für das staatliche Pensionssystem. Je mehr privat vorgesorgt werde, umso mehr werde das staatliche System entlastet.

Sie sei "wirklich positiv, dass die Regierung diese Entwicklung durchaus richtig erkennt, richtig deutet und die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge entsprechend stärken will". Es gebe derzeit zwar noch keine definitiven Maßnahmen, sie sieht aber einen deutlich positiven Ansatz. Man werde auch schauen, dass man dies wenn gewünscht mit entsprechenden Ideen unterstütze. Etwas konkreter seien schon die steuerlichen Anreize. Im Regierungsprogramm heißt es, die derzeitigen Regelungen zur steuerlichen Förderung der Altersvorsorge sollen geprüft und "modernisiert" werden.

Zentrales Element ist für Stadler die Förderung der Altersvorsorge. In der betrieblichen Vorsorge beispielsweise solle der seit 1975 unveränderte Freibetrag gemäß §3 EStG von derzeit 300 Euro auf künftig 3.000 Euro angehoben werden. In der staatlich geförderten Altersvorsorge (Zukunftsvorsorge) spricht sich Stadler für eine Liberalisierung in der Veranlagung aus. Möglich sein sollten künftig Investitionen in leistbares Wohnen und Infrastruktur wie beispielsweise grüne Infrastruktur, Energie, Schiene, Straßenbau. Zu Medien-Spekulationen der Vorwoche, denen zufolge die zur VIG gehörende Wiener Städtische und die UNIQA der EVN bei der Finanzierung einer Übernahme von Anteilen der Republik Österreich am Verbund zur Seite stehen sollen, sagte Stadler, es gebe keine Gespräche über Finanzierungen.

Bei der Zukunftsvorsorge sollten auch die Garantien neu definiert werden. Wichtig ist für Stadler auch die Pflegeversicherung - als Zusatzprodukt oder als Stand-alone-Produkt. Dabei müssten zuerst die Rahmenbedingungen festgelegt werden. Positiv sieht sie auch die geplante Förderung der "Financial Literacy" der Bevölkerung, also des Wissens über wirtschaftliche Vorgänge. Wichtig sei auch die geplante Entbürokratisierung.

Beim derzeit diskutierten europäischen Pensionsprodukt PEP spricht sich Stadler dafür aus, dass es sich um ein Altersvorsorgeprodukt mit einer lebenslangen Rente handeln müsse.

In Hinblick auf die bevorstehende österreichische EU-Ratspräsidentschaft wies Stadler darauf hin, dass der VIG-Konzern in allen Ländern des Balkans vertreten ist, man sei durchaus an einer Annäherung dieser Länder an die EU interessiert. Man habe beobachtet, dass es im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen in vielen Ländern Reformen gegeben habe, der Korruption der Kampf angesagt worden sei und es mehr Rechtssicherheit und mehr Investoren gebe. Davon profitiere die Wirtschaft.

Die VIG setzt weiterhin klar auf die Region Osteuropa, bekräftigte Stadler. Sie ortet nach wie vor großes Potenzial und verwies auch auf die guten Wirtschaftsprognosen in der Region. Es würden laufend Akquisitionen geprüft, aber nicht alles, was man sich anschaue, passe. Im Fokus der Agenda 2020 habe man die Digitalisierung sowie den Ausbau des Bankversicherungsgeschäfts vorrangig mit der Erste Group. Wachstumspotenzial sehe man dabei vor allem im Sach- und Krankenversicherungsgeschäft. In Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien fusioniere man die Bankenversicherungstöchter mit den anderen Gesellschaften. In Österreich soll die Fusion von s Versicherung und Wiener Städtischer bis Herbst abgeschlossen sein. Eine Fusion mit der Donau Versicherung sei nicht geplant. Die Mehrmarkenpolitik soll dort beibehalten werden, wo sie sich rechnet.

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