Vienna Insurance setzt weiter auf Osteuropa

Die börsennotierte Vienna Insurance Group (VIG) setzt weiter auf Osteuropa und die Mehrmarkenstrategie: Die VIG woll am Wachstumpotenzial in der Region partizipieren, so die seit Jahresbeginn amtierende neue VIG-Chefin Elisabeth Stadler am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Angenommen habe man das Heta-Rückkaufangebot. Ein Sparpaket ist nicht geplant.

In den kommenden Monaten werde die 25 Märkte, in denen der Versicherungskonzern vertreten ist, auf ihr Wachstumspotenzial untersucht. Die VIG habe ein klares Wachstumsziel, sie wolle führender Versicherer in Mittel- und Osteuropa bleiben und organische oder durch Zukäufe wachsen, so Stadler. In Polen, Ungarn, Kroatien und Serbien soll der Marktanteil mittelfristig auf 10 Prozent steigen. Damit will man ein Prämienvolumen von 600 Mio. Euro erzielten. Deutlich ausbauen will Stadler in der Region auch die Krankenversicherung.

Die VIG hat für 2015 einen Einbruch des Vorsteuerergebnisses (EGT) auf ein Drittel - 518,4 Mio. Euro auf rund 172 Mio. Euro - bekanntgegeben. Für heuer ist eine Verdoppelung auf mindestens 400 Mio. Euro geplant. Kosten seien im Konzern immer ein Thema und nicht nur Thema eines Jahres, so Finanzvorstand Martin Simhandl. Die VIG habe Kostensenkungen eigentlich in ihren Genen, daher sei es ganz klar nicht notwendig, dass man sich ein großes Sparpaket gebe, so Stadler.

Das Niedrigzinsumfeld hat sich auf das Finanzergebnis ausgewirkt, das 2015 um 50 Mio. Euro gesunken ist und heuer noch einmal um bis zu 100 Mio. Euro sinken könnte, hieß es heute. Das Finanzergebnis habe 2015 rund 1 Mrd. Euro ausgemacht. Belastet wurde der VIG-Gewinn von außerordentlichen Abschreibungen. Neben bereits im Vorjahr bekannt gegebenen IT-Abschreibungen im Ausmaß von 195 Mio. Euro kommen nun noch 50 Mio. Euro für Rumänien, 25 Mio. Euro für Polen dazu sowie 14 Mio. Euro aus einer Änderung der Cash Generating Units wegen einer Neuzusammensetzung der Bewertungseinheiten nach Ländern.

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