Versicherer Talanx bleibt nach Gewinnplus 2014 vorsichtig

Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern Talanx rechnet nach einem Gewinnanstieg 2014 mit stärkerem Gegenwind. "2015 wird mit sinkenden Kapitalmarktrenditen und weichen Märkten in der Industrie- und der Rückversicherung eines der herausforderndsten Jahre seit langem", sagte Vorstandschef Herbert Haas am Montag.

"Zu den Herausforderungen gehört auch die langfristige Sanierung des deutschen Privatkundengeschäfts." Talanx kämpft wie die Konkurrenten Allianz und Münchener Rück mit dem Preisdruck in der Erst- und Rückversicherung. Zudem macht es der Assekuranz zu schaffen, dass sie wegen der niedrigen Zinsen bei der Neuanlage von Geldern weniger verdient.

Talanx rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinn von mindestens 700 Millionen Euro nach 769 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Prämieneinnahmen, die 2014 um drei Prozent auf 29 Milliarden Euro kletterten, sollen im laufenden Jahr um ein bis drei Prozent steigen. Von 2015 bis 2019 erwarten die Hannoveraner ein durchschnittliches währungsbereinigtes Prämienwachstum von drei bis fünf Prozent pro Jahr. Das Konzernergebnis soll im gleichen Zeitraum jährlich "im mittleren einstelligen Prozentbereich" zulegen.

Im vergangenen Jahr machten Talanx Großbrände und andere von Menschen verursachten Schäden in der Industrieversicherung zu schaffen. Die Tochter Hannover Rück profitierte dagegen von vergleichsweise niedrigen Belastungen durch Naturkatastrophen und fuhr einen Rekordgewinn ein. 2015 rechnet sie allerdings wie der größere Konkurrent Münchener Rück mit einem Gewinnrückgang.

Unter dem Strich stieg der Talanx-Gewinn 2014 um fünf Prozent auf 769 Millionen Euro - etwas mehr als von Analysten erwartet. Rechnet man den Verkauf von Swiss-Life -Aktien heraus, der den Hannoveranern 2013 rund 100 Millionen Euro in die Kassen spülte, betrug das Gewinnplus sogar 23 Prozent. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Talanx will die Dividende um fünf Cent auf 1,25 Euro anheben. Eine Investoren hatten hier allerdings auf etwas mehr gehofft. Talanx-Aktien verloren vorbörslich gut zwei Prozent.

Unter Druck steht Talanx derzeit unter anderem im Geschäft mit Lebensversicherungen. Hier nahm das Unternehmen "in Erwartung eines weiter anhaltenden Niedrigzinsumfelds" bei der Neubewertung seiner Versicherungsbestände Abschreibungen vor. Zudem stärkte das Unternehmen wie angekündigt seine Bilanz.

Wien (APA) - Der Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki ist heute im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere erstmals von Richterin Marion Hohenecker einvernommen worden. Die Anklage wirft Wicki vor, mit seinen Geschäften die Spur des Korruptionsgeldes aus der Buwog-Provision verschleiert und Geldwäsche begangen zu haben. Wicki selber erklärte sich für unschuldig.
 

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Grasser-Prozess - Viele Geschäfte auf Mandarin-Konto in Liechtenstein

Brüssel (APA/Reuters) - Der Warenverkehr zwischen der Europäischen Union und Großbritannien wird nach dem Brexit nach Einschätzung der EU-Kommission selbst dann leiden, wenn sich beide Seiten auf einen Freihandelsvertrag einigen sollten. Ein solches Abkommen könne keinen vollkommen reibungslosen Handel sicherstellen, hieß es in einem Reuters am Dienstag vorliegenden Dokument der EU-Kommission.
 

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EU-Dokument: Handel mit Großbritannien leidet auch mit Vertrag

Linz (APA) - Die Sparkasse Oberösterreich hat im heurigen ersten Halbjahr mehr Gewinn gemacht. Für das Gesamtjahr wird ein ähnliches Ergebnis wie 2017 erwartet. Das teilte die Bank in ihrem Halbjahresfinanzbericht Dienstagnachmittag mit.
 

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Sparkasse Oberösterreich im ersten Halbjahr mit mehr Gewinn