Verhandlungen gescheitert: ThyssenKrupp baut in Italien 550 Jobs ab

(APA) - Verhandlungen zwischen dem deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp und den italienischen Gewerkschaften unter der Regie des Arbeitsministeriums in Rom zum Erhalt von 550 Arbeitsplätzen in einem Edelstahlwerk in der mittelitalienischen Region Umbrien sind gescheitert. ThyssenKrupp will mit den Kündigungen voranschreiten, die Gewerkschaften planen am Freitag einen Streik im Werk in Terni.

Geplant ist auch eine Protestdemo der Belegschaft vor dem Regierungssitz in Rom. Die Gewerkschaften riefen ThyssenKrupp zur sofortigen Wiederaufnahme der Verhandlungen. "Leider sind die Verhandlungen nicht gut verlaufen, doch die Regierung verzichtet nicht darauf", betonte Staatssekretär Graziano Del Rio, der im Auftrag des Kabinetts Renzi die Gespräche zum Erhalt der Jobs führte.

Bei der ThyssenKrupp-Tochter AST in Terni in der Region Umbrien sollen die Kosten jährlich um 100 Mio. Euro gesenkt werden. Das Werk habe in den vergangenen Jahren einen Nettoverlust von mehreren hundert Millionen Euro eingefahren, teilte der Konzern mit. ThyssenKrupp hatte Anfang September seine Pläne auf Eis gelegt und eine Frist für eine Einigung bis Anfang Oktober gesetzt.

Die italienische Regierung hatte den Essener Mischkonzern aufgefordert, den Stellenabbau in Terni zu stoppen. Auch Papst Franziskus hatte sich für die rund 2.600 Beschäftigten in Italien stark gemacht.

Der deutsche Konzern hatte im Juli ein Sparprogramm für das Stahlwerk angekündigt. Das italienische Werk hatte in den vergangenen fünf Jahren mehrere hundert Millionen Euro Verlust gemacht.

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