Verbund-Chef erhofft bald neue Kraftwerks-Kontrahierungsverträge

Wien (APA) - Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber erhofft sich möglichst rasch neue Verträge für den Abruf kalorischer Kraftwerksleistung zur Stromnetz-Stabilisierung. Bis Weihnachten sollte zumindest ein Modus bis über den Sommer fixiert werden, bis zum ersten Quartal oder dem ersten Halbjahr 2018 aber eine mehrjährige Kontrahierung stehen, sonst würden kalorische Blöcke geschlossen, sagte Anzengruber am Montag.

Der jetzige Vertrag zum Abruf kalorischer Stromleistung, auch aus dem steirischen Verbund-Gaskraftwerk Mellach, läuft im April 2018 aus. Gebe es keine mehrjährige Kontrahierung, könnten thermische Erzeugungsanlagen "weg" sein, also geschlossen werden, warnte der Verbund-Generaldirektor im Klub der Wirtschaftspublizisten. Außer Mellach stünden noch die Wiener Kraftwerke in Simmering, Theiß von der EVN sowie Timelkam und Dürnrohr zur Verfügung. In Summe verfügen diese Anlagen über eine Kraftwerksleistung von rund 5.000 MW, so Anzengruber.

Benötigt würden schätzungsweise voraussichtlich 2.800 bis 2.900 MW, "sagen Fachleute". Insgesamt rede man wohl über ein Volumen von bis zu 3.000 MW. Jetzt werde einmal eine Studie erstellt, die die Grundlage für die Ausschreibung bilden solle. Erst müsse der Regulator E-Control den Rahmen festlegen, dann sei die APG mit ihrer Ausschreibung am Wort. Anzengruber: "Die billigsten Anbieter werden dann genommen, bis genug Engpassleistung da ist." Im letzten Winter hat die Vereinbarung 2.400 MW vorgesehen, für den bevorstehenden Winter 2.900 MW.

Hauptabnehmer seien der österreichische Markt bzw. der heimische Kunde. Konkret würden etwa deutsche Stromhändler einen Leistungsabruf veranlassen, wenn sie nach Österreich Strom liefern wollten, es aber etwa zu wenig grenzüberschreitende Kapazität gebe. Per künstlichem Engpass an der Landesgrenze soll ja diese Kapazität mit Oktober 2018 auf 5.900 MW eingeengt werden, obwohl es technisch 10.000 MW Kapazität gebe, kritisierte der Chef des größten heimischen Stromkonzerns. Es hätte andere Lösungen gegeben, wiewohl auch die Geld kosten würden.

Durch das künstliche Auftrennen des gemeinsamen deutsch-österreichischen Strommarkts mit Oktober 2018 sehen die Forward-Preise für 2019 in Österreich bereits um rund 6 Prozent oder 2,50 Euro/MWh über das deutsche Niveau der Großhandelspreise gestiegen. Ein Plus von sechs, sieben Prozent sei auch in etwa die Erwartungshaltung des Verbund gewesen. Der Markt Österreich werde aber "durch höhere Preise dann beeinträchtigt", so Anzengruber. Sein Unternehmen profitiere unterm Strich kaum von diesem Anstieg der Preise. Grundsätzlichen seien für den Verbund höhere Preise zwar positiv, doch müsste man diesfalls auch wieder eigene Stromprodukte in Deutschland anpassen.

Von einer Regelung über einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung, wie sie die Grünen für die neue deutsche Bundesregierung angepeilt haben, hätte ein Anstieg der Strompreis erwartet werden können, je nach konkretem Zeitplan, so Anzengruber nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche vergangene Nacht in Berlin. Laut Think-Tank Agora würde ein Braunkohle-Aus bis 2040 Deutschland 17 Mrd. Euro kosten - die Subventionierung der Erneuerbaren Energien über das EEG koste unser Nachbarland jedoch pro Jahr 27 Mrd. Euro, so Anzengruber.

Wien/Linz (APA) - Am Vormittag des 34. Tags im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere wurde die Befragung des angeklagten Ex-Lobbyisten Walter Meischberger durch die Richterin fortgesetzt. Im Fokus war ein Kreditvertrag mit der Mandarin Group des ebenso angeklagten Vermögensberaters Norbert Wicki, um Meinl-International-Power-Aktien im Wert von 500.000 Euro zu kaufen.
 

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Grasser-Prozess - Meischbergers-Aktienkauf als "solidarischer Akt"

Frankfurt (APA/dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit Blick auf die jüngste Entwicklung in Italien beunruhigt. Eine Ansteckungsgefahr durch Italien für andere Länder der Eurozone sei "noch nicht ganz vom Tisch", sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Donnerstag.
 

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EZB-Vize Constancio sieht Ansteckungsgefahr durch Italien

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission will mehr Klein- und Mittelunternehmen an die Börse bringen. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, verwies am Donnerstag darauf, dass von 20 Millionen KMU in Europa derzeit nur 3.000 an einer Börse notiert seien. "Das möchten wir ändern."
 

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EU-Kommission möchte mehr KMU an der Börse