Verbund-Chef: Höherer CO2-Preis nur bei Schulterschluss Paris-Berlin

Wien/Fuschl/Hof bei Salzburg/Fuschl (APA) - Aus Sicht von Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber können in Europa die Preise für den CO2-Ausstoß nur im Falle eines Schulterschlusses zwischen Frankreich und Deutschland so stark steigen, dass sie zu einer CO2-Vermeidung führen. Präsident Emmanuel Macron hatte jüngst 25 bis 30 Euro je Tonne als Minimum verlangt.

Wesentlich werde sein, wie sich Deutschland dazu verhalte, meinte Anzengruber am Mittwoch vor Beginn der Verbund-Tagung "energy2050" in Fuschl (Salzburg) in einem Pressegespräch.

Bei einem CO2-Preis von zuletzt 7 Euro/t gebe es keinen Anreiz, solche Emissionen zu vermeiden. Bei einer Verteuerung dieses Kostenfaktors sollte aber auch auf die Industrie und den Verkehr Bedacht genommen werden, so Anzengruber, denn "wir, die Industrie, rufen nicht nach einer neuen Steuer". Es müsse sich also um eine wettbewerbsorientierte Vorgangsweise handeln und "kein Industrievertreibungsprogramm".

Für einen Fuel-Switch von Kohle- zu Gaskraftwerken wäre allerdings ein CO2-Preis von 30 bis 40 Euro/t nötig - und um auch aus dem Gas herauszugehen, müsste der Preis noch höher sein, meinte der Verbund-Chef.

Angehoben werden könnte der Preis durch eine Herausnahme der Gratiszertifikate aus dem Emissionshandelssystem - oder durch einen festgelegten Mindestpreis, wie ihn zum Beispiel Großbritannien (mit rund 30 Euro) habe oder jetzt, erwartungsgemäß, Macron gefordert habe. Ein Eliminieren der kostenlosen Verschmutzungsrechte aus dem ETS würde wohl zu lange dauern, meinte Anzengruber, außerdem wollten das etliche Länder nicht.

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