Verbraucherpreise in Deutschland fallen erstmals seit 2009

Wiesbaden/Berlin (APA/Reuters) - Das Leben in Deutschland wird dank fallender Ölpreise billiger - zum ersten Mal seit der schweren Wirtschaftskrise 2009. Waren und Dienstleistungen kosten im Jänner durchschnittlich 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Im Dezember hatte die Inflationsrate noch plus 0,2 Prozent betragen.

"Der Rückgang ist den kräftig sinkenden Ölpreisen geschuldet", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Diese sind seit dem Sommer um mehr als die Hälfte zurückgegangen, was Tanken und Heizen erheblich billiger macht. Energie kostete im Schnitt 9,0 Prozent weniger als im Jänner 2014. Günstiger wurden auch Nahrungsmittel, für die 1,3 Prozent weniger bezahlt werden mussten. Gestiegen sind dagegen die Wohnungsmieten, und zwar um 1,3 Prozent.

Experten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise auch künftig sinken werden. "Niedrigere Energiekosten werden auch in den kommenden sechs Monaten für negative Inflationsraten sorgen", ist sich Ökonomin Jennifer McKeown von Capital Economics sicher. Von einer Deflation - einem lang anhaltenden Preisverfall auf breiter Front - sprechen die meisten Experten aber nicht. "Zu den Merkmalen einer Deflation gehören auch sinkende Investitionen und ein schrumpfender privater Konsum", sagte Postbank-Experte Bargel. "Das sehen wir in Deutschland und auch in Europa nicht. Im Gegenteil." Die kleinere Energierechnung entlaste Verbraucher wie Unternehmen um Milliarden. "Das ist gut für das Wachstum", sagte auch Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Verbraucher sparen Geld, das sie für andere Dinge ausgeben können."

Wegen der niedrigen Inflation in der Währungsunion flutet die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte mit billigem Geld. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte erst vorige Woche eines der größten Anleihe-Kaufprogramme an, das es je gab. Damit will er verhindern, dass die Wirtschaft doch in eine Deflation abdriftet.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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