Verbraucher halten britische Wirtschaft in Schwung

London (APA/Reuters) - Die britische Wirtschaft hat ihr Wachstum im Sommerquartal dank kauffreudiger Verbraucher leicht beschleunigt. Trotz der Brexit-Unsicherheiten legte das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,4 Prozent zu, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte und damit eine frühere Schätzung bestätigte. Im zweiten Quartal lag das BIP-Plus bei 0,3 Prozent.

Andere Industrienationen wachsen allerdings deutlich schneller als Großbritannien: Deutschland schaffte zuletzt ein Plus von 0,8 Prozent, die USA von 0,7 Prozent, und die Eurozone von 0,6 Prozent.

Obwohl die steigende Inflation in Großbritannien im Zuge des Votums für einen EU-Austritt die Kaufkraft drückt, zogen die Konsumausgaben auf der Insel mit 0,6 Prozent so kräftig an wie seit einem Jahr nicht mehr und erwiesen sich damit als Konjunkturstütze. Besonders die Autoverkäufe legten im Sommer zu. Im Oktober allerdings hielten sich die Briten wieder mit dem Kauf von Neuwagen zurück, die Nachfrage sank um 2,9 Prozent. Für das Gesamtjahr wird damit gerechnet, dass der Autoabsatz erstmals seit 2011 sinkt. Besser sieht es für die Branche im Ausland aus. Das verhalf ihr im vorigen Monat laut dem Branchenverband SMMT zu einem Produktionsplus von 3,5 Prozent auf 157.056 Fahrzeuge.

Die Regierung hat wegen der Folgen des geplanten EU-Austritts ihre Wachstumsprognosen kräftig gesenkt. Für dieses Jahr wurde die Vorhersage auf 1,5 von 2,0 Prozent gekappt, für 2018 auf 1,4 von 1,6 Prozent. Für 2019 - das Jahr des Brexit - und 2020 werden jetzt jeweils nur noch 1,3 Prozent veranschlagt. Die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union verlaufen zäh, was Unternehmen verunsichert und Investitionen bremst. Mehrere Punkte sind umstritten, darunter die Schlussrechnung, die die Briten bei einem Abschied aus der Staatengemeinschaft Ende März 2019 begleichen sollen.

Paris (APA/AFP) - Unter Präsident Emmanuel Macron ist Frankreich für deutsche Unternehmen wieder deutlich attraktiver geworden: 90 Prozent der deutschen Firmen in Frankreich bewerten die Wirtschaftslage derzeit als gut oder zufriedenstellend - mehr als doppelt so viele wie vor zwei Jahren, wie es in einer am Freitag in Paris veröffentlichten Studie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer heißt.
 

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Deutsche Unternehmen finden Frankreich wieder attraktiv

London (APA/Reuters) - Der Haushaltsstreit von Italien mit der EU-Kommission bremst am Geldmarkt die Spekulationen auf eine EZB-Zinserhöhung. Mittlerweile wird erst für Oktober 2019 damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen ihrer Schlüsselzinsen anhebt. Die Chancen für einen Schritt um zehn Basispunkte bereits im September 2019 werden dagegen inzwischen als deutlich niedriger angesehen.
 

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Erster EZB-Zinsschritt 2019 wegen Italien-Streits später erwartet

Bangalore/Santa Clara (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der Chiphersteller Micron Technology Inc kauft seinem Partner Intel dessen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen IM Flash Technologies ab. Dafür lege Micron Techology rund 1,5 Milliarden Dollar (1,30 Mrd. Euro) in bar auf den Tisch, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Micron kauft Intel-Anteil an Joint-Venture IM Flash Technologies