Vatikan: Welt hat aus Finanzkrise nichts gelernt

Vatikanstadt/Rom (APA/dpa) - Die Welt hat es nach Ansicht des Vatikans versäumt, Lehren aus der Finanzkrise vor zehn Jahren zu ziehen. Statt eine gerechtere Wirtschaft aufzubauen, herrsche immer noch Unmoral, hieß es am Donnerstag in einem Grundsatzpapier des Kirchenstaats, das Papst Franziskus abgesegnet hat.

"Manchmal hat es sogar den Anschein, als wäre ein oberflächlicher, kurzsichtiger Egoismus zurückgekehrt, der das Gemeinwohl missachtet und nicht daran interessiert ist, Wohlstand zu schaffen und zu verbreiten."

Steueroasen dienten oft der Geldwäsche und kriminellen Organisationen, was zu Lasten vor allem der Armen gehe, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Dokument, das unter anderem die Glaubenskongregation verfasst hat. Instrumente wie Finanzderivate prangerte der Vatikan als "eine Art Zeitbombe" an, "die früher oder später explodieren und die Gesundheit der Märkte vergiften kann".

Hart ging der Kirchenstaat auch mit Bankern ins Gericht. "Auch wenn viele Akteure persönlich von guten und berechtigten Absichten geleitet sind, darf auch nicht unbeachtet bleiben, dass die Finanzindustrie heute (...) ein Ort ist, wo Egoismen und Missbräuche ein für die Allgemeinheit zerstörerisches Potenzial haben, das seinesgleichen sucht."

Im September 2008 war die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen und hatte weltweit eine Banken- und Finanzkrise mit einer anschließenden globalen Rezession ausgelöst. Franziskus ruft immer wieder zu einem gerechteren Wirtschaftssystem auf und hat auch mehrmals schon die unfairen Mechanismen der Finanzindustrie beklagt.

London (APA/Reuters) - Britische Abgeordnete haben ihre europäischen Kollegen um Mithilfe bei der Aufklärung des Facebook-Datenskandals gebeten. Weil Firmengründer Mark Zuckerberg vor dem EU-Parlament, nicht aber vor dem britischen Parlament aussage, müssten die Europa-Abgeordneten nun die richtigen Fragen stellen, forderte der Vorsitzende des Medien-Ausschusses im britischen Parlament, Damian Collins, am Dienstag.
 

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Britische Abgeordnete wollen von Zuckerberg Antworten

Hamburg (APA/dpa) - Die Unternehmen in Europa stehen nach einer Analyse im Auftrag des Hamburger Finanzdienstleisters EOS der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eher positiv gegenüber. Mehr als zwei Drittel derjenigen Unternehmen, welche die neue Verordnung als relevant einschätzen, profitieren demnach von höherer Datensicherheit in ihrem Forderungsmanagement, heißt es in einer Mitteilung.
 

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EU-Unternehmen bewerten Datenschutz-Verordnung trotz Bedenken positiv

München/Toulouse (APA/Reuters) - Airbus und die EU wollen mit kleinen Änderungen an staatlichen Darlehen für den Flugzeugbauer drohende Sanktionen der USA umgehen. Airbus und die vier EU-Staaten Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien, in denen der Konzern produziert, ziehen damit die Konsequenzen aus dem jüngsten Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) zur Unterstützung der EU für Airbus.
 

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Airbus und EU-Staaten wollen Sanktionen der USA vermeiden