US-Zölle - Coca Cola über steirischen Boykottaufruf verärgert

Wien (APA) - Beim US-Getränkekonzern Coca Cola hat der Boykottaufruf des steirischen Landeshauptmannstellvertreters und SPÖ-Chefs Michael Schickhofer Ärger ausgelöst. Schickhofer hatte im Zusammenhang mit der US-Strafzollpolitik zum Verzicht auf den Konsum von "Luxusprodukten" aus den USA, wie eben von Coca-Cola, aufgerufen. Der Betriebsrat der österreichischen Coca-Cola-Niederlassung fordert einen Widerruf.

"Als Politiker sind Sie Diskurs gewohnt und wir sind zuversichtlich, dass Sie Verständnis haben werden, wenn wir Ihre Aussendung nicht unkommentiert lassen können", schrieben die Sprecher der österreichischen Coca-Cola-Niederlassung, um in einem offenen Brief an den SPÖ-Politiker süffisant hinzuzufügen:. "Eigentlich haben Sie dazu aufgerufen, ein österreichisches, lokal enorm engagiertes Unternehmen zu benachteiligen, das seit 1929 enger Partner der Menschen in Österreich ist und sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung in hohem Maß bewusst ist. Mit einer derartigen Wortmeldung gefährden Sie eine Reihe von Partnerschaften und guten Engagements - und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze."

Der Getränkemulti wollte Schickhofer dementsprechend Infos nachliefern: 1.022 Menschen arbeiteten direkt bei Coca-Cola in Österreich, man produziere hier knapp 500 Millionen Liter Getränke für Österreich und einige Nachbarländer. Das Werk der Coca-Cola Hellenic Austria GesmbH sei eines der größten in der Gruppe und einer der größten Arbeitgeber im Burgenland. Seinen jährlichen österreichischen BIP-Beitrag errechnete der Getränkemulti mit 774 Mio. Euro bzw. 0,22 Prozent, und die Steuerleistung entlang der Wertschöpfungskette mit 391 Mio. Euro.

Der österreichische Cola-Abfüller bewertet Schickhofers Wortmeldung als falsch und ungerecht. Empörung äußerten die Betriebsräte Carmen Merle (Coca-Cola GesmbH) und Christian Hauck (Coca-Cola Hellenic Austria GmbH): "Gemeinsam kämpfen wir seit Jahren für die Sicherung und Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wir verstehen nicht, wie jemand alteingesessene österreichische Unternehmen dermaßen attackieren kann". Das ist überaus respektlos und nicht zu akzeptieren. "Wir fordern Herrn Schickhofer auf, seine Wortmeldung öffentlich zurückzunehmen."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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