US-Wirtschaft mit mehr neuen Jobs - Zinserhöhung rückt näher

Die US-Wirtschaft schafft trotz Dollar-Stärke und kriselnder Ölindustrie überraschend viele Jobs. Im März entstanden 215.000 neue Stellen und damit 10.000 mehr als von Ökonomen vorausgesagt. Im Februar waren es allerdings noch 245.000 gewesen. Besonders viele Beschäftigte stellten Einzelhändler, Baubranche und der öffentliche Dienst ein, gab das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekannt.

Dagegen baute die Industrie - deren Exportgeschäfte unter dem starke Dollar leiden - Stellen ab. Auch der Bergbau trennte sich von Mitarbeitern, da vor allem die Ölunternehmen unter den niedrigen Rohstoffpreisen leiden.

"Es läuft rund in den USA", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Dafür spricht auch der deutlicher als erwartete Anstieg der Stundenlöhne. Sie erhöhten sich um 0,3 Prozent zum Vormonat. Der Dollar wertete nach Bekanntgabe der Daten auf und drückte auf den Euro.

Viele Anleger setzen nun darauf, dass die Notenbank Fed noch in der ersten Jahreshälfte ihren Leitzins erhöht, was den Dollar für Anleger attraktiver macht. "Eine Zinserhöhung im Juni erscheint vor dem Hintergrund des guten Arbeitsmarktberichts nach wie vor angebracht", sagte Gitzel.

Obwohl die Fed ihr Ziel Vollbeschäftigung praktisch erreicht hat, signalisiert sie seit der Zinswende vom Dezember Zurückhaltung auf dem Weg zur weiteren geldpolitischen Straffung. Sie blickt mit Sorge auf die Abkühlung der Konjunktur in China und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen. Notenbankchefin Janet Yellen kündigte deshalb an, "die Politik der Anpassung vorsichtig fortzusetzen".

Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote stieg im März leicht von 4,9 auf 5,0 Prozent. Experten führen das darauf zurück, dass sich wieder mehr Frauen und Männer aktiv um einen Job bemühen. Dadurch steigt zunächst die Zahl der registrierten Arbeitslosen, die sonst aus der Statistik gefallen wären.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

Newsticker

Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

Newsticker

Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

Newsticker

Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab