US-Strafzölle - Trump bekräftigt Pläne: "Sorry, Zeit für Wandel"

Washington (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag seine Pläne für Strafzölle auf Stahl und Aluminium bekräftigt. "Wir sind bei fast allen Handelsverträgen auf der Verliererseite", twitterte Trump am Abend (Ortszeit) als Antwort auf anhaltende Empörung im Ausland und auch auf Kritik daheim.

"Unsere Freunde und Gegner haben die USA viele Jahre ausgenutzt. Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot. Sorry, es ist Zeit für einen Wandel!" Trump schloss mit seinem Slogan "Make America great again" (Macht Amerika wieder groß). Bereits zuvor hatten Tophandelsberater seine Linie in mehreren Fernsehinterviews entschieden verteidigt - so auch seine jüngste Drohung mit Zöllen auf europäische Autos im Fall von EU-Vergeltungsmaßnahmen.

Die geschäftsführende deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries kritisierte diese Drohung scharf und warnte vor den langfristigen Folgen von Trumps Vorgehen. "Es zeigt sich immer mehr, dass die America-First-Politik die USA auf einen Isolationskurs führt", sagte Zypries der Tageszeitung "Die Welt" (Montag). Wenn überhaupt, werde dies nur kurzfristige Erfolge zeitigen. "Die langfristigen Auswirkungen sind negativ, und zwar für die USA, aber auch für andere Länder", so die Ministerin.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hatte am Freitag von einem "beunruhigenden Signal" gesprochen und negative Auswirkungen "auf das Wirtschaftswachstum beider Partner" befürchtet. Auf den verschärften internationalen Wettbewerb müsse man mit "Innovation und Qualität" reagieren, nicht mit "Handelsbarrieren", betonte die Wirtschaftsministerin.

Trump hatte die Strafzölle auf Stahl sowie Aluminium in der vergangenen Woche angekündigt. Am Samstag legte er dann mit seiner Drohung an die Adresse der europäischen Autoindustrie nach. Eine Umsetzung würde die deutschen Automobilhersteller besonders schwer belasten.

Nach Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wären vor allem die VW-Töchter Audi und Porsche von Strafzöllen betroffen, die anders als die VW-Kernmarke, BMW oder Daimler keine eigenen Werke in den USA unterhalten. Ein BMW-Sprecher sagte am Sonntag auf Anfrage, man beobachte die Situation sehr aufmerksam, wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht weiter äußern.

Trump schickte seinen Handelsminister Wilbur Ross und führenden Handelsberater Peter Navarro am Sonntag gleich in mehrere Fernsehtalkshows, um Kritik an seinem Vorgehen zurückzuweisen. Dabei machten beide klar, dass Trump seine Pläne noch in dieser Woche umsetzen wird. Auf Stahl-Importe will er Zölle in Höhe von 25 Prozent erheben, um die heimische Industrie abzuschirmen. Bei Aluminium sollen es 10 Prozent sein.

Ross und Navarro zufolge denkt Trump auch nicht an Ausnahmeregelungen für Verbündete, wie sie das Pentagon gerne sähe. "Sobald er damit anfängt, Länder auszunehmen, muss er die Zölle für alle anderen anheben", sagte etwa Navarro dem Sender Fox News auf die Frage, ob Trump sich nicht doch ein Entgegenkommen gegenüber der EU oder Kanada vorstellen könne. "Sobald er ein Land ausnimmt, beginnt sein Telefon zu klingeln, mit Staatschefs anderer Länder in der Leitung."

In einem CNN-Interview deutete Navarro jedoch an, dass es Ausnahmen in "bestimmten Fällen" geben könne, "wo wir sie brauchen, damit Geschäfte laufen können". Er erläuterte das aber nicht näher.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker