US-Strafzölle - Deutschlands Stahlindustrie befürchtet Importschwemme

Frankfurt am Main (APA/AFP) - US-Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahlimporte und von zehn Prozent auf Aluminium-Einfuhren - das hat Auswirkungen auf die deutsche Industrie. Diese fürchtet vor allem eine Importschwemme von Produkten aus Drittstaaten.

WIE STARK IST DIE DEUTSCHE STAHLINDUSTRIE BETROFFEN?

Direkt betroffen sind die Stahlhersteller gar nicht so sehr, denn von den gut 40 Millionen Tonnen hier produzierten Walzstahls ging vergangenes Jahr laut Wirtschaftsvereinigung Stahl nur rund eine Million Tonnen in die USA. Damit sind die Vereinigten Staaten außerhalb der Europäischen Union dennoch der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Produzenten. Der Gesamtwert der deutschen Stahlexporte betrug vergangenes Jahr Daten des US-Handelsministeriums zufolge 1,5 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro). Damit steht Deutschland unter den Exportländern an siebenter Stelle. Ebenso beim Aluminium - der Warenwert in diesem Bereich betrug aber nur rund 400 Mio. Dollar.

WARUM IST DIE STAHLINDUSTRIE DENNOCH SO BESORGT?

Der gefährlichste Effekt der US-Strafzölle ist laut Wirtschaftsvereinigung Stahl der "Kaskadeneffekt": Wegen der Abschottung der USA könnten Exporteure verstärkt in die EU liefern. Trump strebt eine Reduzierung der US-Importe um 13 Millionen Tonnen an - von denen könnte ein "erheblicher Teil" nach Europa kommen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte deshalb von der EU Schutzzölle auf Stahl aus Drittländern wie China, statt mit Gegenzöllen zu reagieren. Diese könnten in Übereinstimmung mit den WTO-Regeln verhängt werden, wenn die eigene Wirtschaft durch umgelenkte Warenströme bedroht sei.

IN WELCHEM ZUSTAND SIND DIE DEUTSCHEN STAHLHERSTELLER?

Die Hersteller sind vom Preisverfall der vergangenen Jahre durch die globale Überproduktion noch deutlich geschwächt. Ihre Umsatzerlöse in Deutschland gingen laut Branchenverband zwischen 2011 und 2016 von knapp 50 Milliarden auf 35 Mrd. Euro zurück. Die Stahlproduzenten reagierten, indem sie Kosten drückten, fusionierten, Werke modernisierten und Arbeitsplätze abbauten.

Der größte deutsche Stahlhersteller im Jahr 2016 war ThyssenKrupp mit einer Produktion von 12,1 Millionen Tonnen Stahl. Die Essener wollen ihre Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel verschmelzen. Es folgt der europäische Spitzenreiter ArcelorMittal mit 7,8 Millionen Tonnen Produktionsmenge in Deutschland. Schließlich kommt Salzgitter mit sieben Millionen Tonnen Stahl.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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