US-Starinvestor Soros plant Milliarden-Investition für die Ukraine

Wien - Der US-Milliardär und Starinvestor George Soros will der kriselnden Ukraine mit einer Milliarde Dollar unter die Arme greifen. "Ich stehe bereit. Es gibt konkrete Investitionsideen, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei Infrastrukturprojekten", sagte Soros in einem Interview mit dem "Standard" (Montag-Ausgabe). Voraussetzung für die Investition sei aber "politische Führungsstärke".

"Der Westen, USA und EU gemeinsam, sollten sagen: Wir machen, was nötig ist, unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts und immer im Rahmen des Minsker Abkommens", forderte Soros eine "politische Risikoversicherung". Der Gewinn seiner geplanten Investition würde seiner Stiftung zugutekommen und nicht ihm persönlich, betonte der 84-jährige US-Investor.

Den Gesamtbedarf für die Ukraine schätzt Soros auf 50 Mrd. Euro. Eine "florierende" Ukraine hätte Soros zufolge auch einen "sehr positiven Effekt auf die EU". "Ich halte deren Überleben nämlich für gefährdet, weil niemand mehr die Ideale vertritt, die am Anfang standen", so Soros. Auch habe die Ukraine einen "hohen Wert" für Europa, da sie "die EU gegenüber einer russischen Aggression" verteidigt.

Lobende Worte fand Soros für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in der Ukraine-Krise. Dort habe die Kanzlerin wie eine "echte europäische Politikerin" agiert, "anstatt enge deutsche Interessen zu verfolgen". Auch gäbe es ohne Merkel keine Russland-Sanktionen, die wichtig seien aber noch nicht ausreichen. Denn im Moment würden sie noch die "Märchenwelt" des russischen Präsidenten Wladimir Putin verstärken, wonach der Westen an der Finanzmisere Russlands schuld sei.

Kritik äußerte Soros jedoch an der Finanzpolitik Merkels. "Die Sparpolitik, die Deutschland der Eurozone aufzwingt, ist fundamental falsch", betonte der US-Investor. Dennoch habe sich die Wahrscheinlichkeit für einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone nach dem Besuch des griechischen Premiers Alexis Tsipras in Berlin auf ein Drittel reduziert. Gleichzeitig forderte Soros Tsipras auf, auf seine Popularität zu achten: "Die ist bereits von 86 auf 58 Prozent gefallen."

Der in Budapest geborene Soros machte sein geschätztes Vermögen von 23 Mrd. Dollar (21,19 Mrd. Euro) vor allem mit Finanzspekulationen. Seit den 1970er-Jahren engagiert er sich immer wieder für gemeinnützige Zwecke: Etwa fördert er mit Stiftungen weltweit Rechtsstaatlichkeit und offene Gesellschaften, darunter in der Ukraine.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker