US-Protektionismus könnte Österreich bis zu 1 Mrd. Euro kosten

Wien (APA) - Auch Österreich wäre von einer weiteren Verschärfung der Abschottungspolitik der USA, wie sie Präsident Donald Trump ankündigt, betroffen. Durch einseitige neue Zölle und nichttarifäre Handelsbarrieren könnte die österreichische Wohlfahrt - gemessen am Bruttohaushaltseinkommen - um bis zu 1 Mrd. Euro bzw. 0,31 Prozent sinken, hat das Münchner ifo Institut laut einem FIW-Policy Brief errechnet.

Durch vergeltende Maßnahmen der WTO-Länder würden die Verluste aber geringer ausfallen: In diesem Fall würden Österreichs Haushalte Wohlfahrtsverluste von etwa 730 Mio. Euro bzw. 0,20 Prozent erleiden.

Eine protektionistischere Handelspolitik der USA könnte Österreich kurzfristig unter Druck setze, biete aber auch Chancen, so das FIW-Kompetenzzentrum des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) am Dienstag in einer Presseaussendung. Falls die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA) aufgehoben würde, könnte Österreich sogar profitieren.

"Ein neuer amerikanischer Protektionismus ist zwar ärgerlich, aber die volkswirtschaftlichen Effekte bleiben für Österreich langfristig verkraftbar, da Österreich über ein ausreichend diversifiziertes Portfolio von Exportmärkten verfügt", so die Autoren des Policy-Brief "Effekte der US-Präsidentschaft Trump - Neuer Protektionismus", Gabriel Felbermayr, Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft am ifo Institut in München, und seine Kollegin Marina Steininger.

Unter Druck geraten würden im Falle einseitiger Handelsbarrieren der USA vor allem die österreichische Agrarbranche sowie die ökonomisch bedeutsamen, klassischen Güterbranchen wie der Fahrzeugsektor, der Maschinenbau und der Großhandel. Diese Branchen sind derzeit für den Großteil der österreichischen Exporte in die USA verantwortlich. Insgesamt exportierte Österreich im Jahr 2016 Produkte im Wert von knapp 8,7 Mrd. Euro in die USA. Das sind 6,6 Prozent des gesamten Außenhandels.

Andere Auswirkungen ergeben sich, falls die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA) aufgehoben würde: In diesem Fall wäre es möglich, dass Österreich sogar profitiert. In ihrer Simulation gehen Felbermayr und Steininger davon aus, dass ein Ende von NAFTA für die USA mit Kosten von rund 37 Milliarden Euro verbunden wäre. Österreich könnte durch Handelsumlenkungen mit einem kleinen BIP-Zuwachs von 35 Millionen Euro rechnen. Eine angedachte Reform der Unternehmenssteuer mit Einführung eines Grenzsteuerausgleichs würde Österreich nur sehr geringfügig ‐ und eventuell positiv ‐ betreffen.

Umfassend präsentiert werden die Ergebnisse des Policy Briefs von Gabriel Felbermayer am Donnerstag, dem 7. Dezember, um 9:15 Uhr bei der "27. AW-Vorlesung" des FIW im Wirtschaftsministerium.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma