US-Jobmarkt boomt: Aussichten auf Zinserhöhungen steigen

Der US-Arbeitsmarkt boomt noch stärker als erwartet und eröffnet der Notenbank Spielraum für weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr. Die Zahl der neuen Stellen stieg im Februar um 242.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekannt gab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 190.000 gerechnet. Zugleich wurde der Vormonatswert um 21.000 auf 172.000 nach oben revidiert.

Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote verharrte bei 4,9 Prozent. An der Wall Street zeichnete sich eine freundliche Eröffnung ab. Zugleich gaben die besser als erwartet ausgefallenen Daten dem Dollar Auftrieb: Der Euro fiel auf 1,0943 Dollar von zuvor 1,0968 Dollar.

Obwohl die US-Zentralbank Fed ihr Ziel Vollbeschäftigung praktisch erreicht hat, hat sie nach der Zinswende vom Dezember Zurückhaltung bei der weiteren geldpolitischen Straffung signalisiert. Im Jänner beließ sie den Schlüsselsatz zur Versorgung des Finanzsystems mit Geld daher in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die Fed blickt mit Sorge auf die abgekühlte Konjunktur Chinas und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen.

Zudem macht der starke Dollar den US-Firmen zu schaffen, da sich ihre Produkte im Ausland verteuern. Die Exporteure verkauften im Jänner so wenig wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Die Warenexporte sanken um 3,3 Prozent auf rund 117 Mrd. Dollar (107,3 Mrd. Euro) - den tiefsten Wertseit November 2010.

Die Währungshüter treffen sich Mitte März zur nächsten Sitzung. Die meisten Fachleute erwarten, dass sie dabei das Zinsniveau beibehalten werden. Fürs Gesamtjahr haben viele aber noch zwei Erhöhungen auf dem Zettel. Der Arbeitsmarkt-Boom könnte Befürwortern von Anhebungen Argumente an die Hand geben: "Mittelfristig dürfte an einer Straffung der Geldpolitik kein Weg vorbeiführen", so Helaba-Ökonom Ralf Umlauf.

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