US-Börsen im Verlauf tiefer, Sorgen vor Handelskrieg nach Strafzöllen

New York (APA) - Die New Yorker Aktienbörse hat am Donnerstag im Verlauf tiefer tendiert. Sorgen vor einem sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und Europa drückten die Wall Street tiefer. Unternehmen aus der Europäischen Union (EU) müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen. Das gab US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross am Donnerstag bekannt. Die EU kündigte Vergeltungszölle an. "Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Gegen 19.15 Uhr notierte der Dow Jones mit einem klaren Minus von 223,74 Zählern oder 0,91 Prozent bei 24.444,04 Punkten. Der S&P-500 Index lag 12,57 Punkte oder 0,46 Prozent tiefer bei 2.711,44 Zähler. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um vergleichsweise moderate 0,33 Zähler (oder 0,00 Prozent) auf 7.462,12 Einheiten.

Für den Monat Mai zeichnet sich im Dow aktuell weiter eine positive Bilanz ab, seit Jahresanfang ist sie aber negativ. Dass sich in der Region Chicago das Geschäftsklima im Mai überraschend stark aufgehellt hatte, spielte angesichts der erneut drohenden Handelsspannungen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Aktien von US-Stahlproduzenten legten vor dem Hintergrund der verhängten Strafzölle gegen die EU zu. US Steel gewannen 2,2 Prozent, AK Steel 1,8 Prozent und Nucor 0,6 Prozent. Damit dämmten sie ihre noch höheren Kursgewinne im vorbörslichen Handel und kurz nach der Eröffnung allerdings etwas ein.

Die Anteilsscheine von Harley Davidson sanken um 2,2 Prozent. Die EU wird mit Vergeltungszöllen auf die von den USA angekündigten Sonderzölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte reagieren. Die EU-Strafzölle sollen nach einer bereits bei der WTO eingereichten Liste auch auf US-Motorräder erhoben werden.

Ansonsten standen einige Unternehmen aus dem Einzelhandel mit Geschäftszahlen im Fokus. Dollar General enttäuschte mit seinem Gewinn je Aktie im ersten Quartal. Die Aktien sackten um 8,4 Prozent ab. Der Wettbewerber Dollar Tree verfehlte mit seinem Ertragsausblick für das zweite Jahresviertel die Markterwartung, was die Anleger mit einem satten Minus von zwölf Prozent quittierten. Zudem verloren die Aktien des Modekonzerns American Eagle Outfitters (AEO) nach Zahlen 0,9 Prozent.

Für Lichtblicke am Donnerstag sorgten indes Meldungen zu General Motors (GM). Der Autokonzern bekommt für seine Roboterwagen-Tochter Cruise eine Milliarden-Investition aus Japan. Geldgeber ist der "Vision"-Investitionsfonds des Technologiekonzerns Softbank. GM-Papiere schnellten um 10,4 Prozent in die Höhe.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro