UniCredit: Bei HypoVereinsbank müssen noch 1.200 Mitarbeiter gehen

Wegen des neuen Sparprogramms der UniCredit fallen bei der Münchner Tochter HypoVereinsbank (HVB) in den nächsten drei Jahren laut Insidern zusätzlich zum bisherigen Stellenabbau rund 1.200 Stellen überwiegend in der Verwaltung weg. Insgesamt soll die Belegschaft der HypoVereinsbank bis Ende 2018 auf 15.000 sinken.

Die italienische Muttergesellschaft schreibt am Mittwoch zwar von 2.900 Arbeitsplätzen, die in Deutschland bis 2018 im Vergleich zum Mitarbeiterstand zum Jahresanfang 2014 gestrichen werden sollen. In dieser Rechnung seien aber auch die Stellen enthalten, die die HVB im Zuge der Schließung von knapp der Hälfte ihrer Filialen bereits gekürzt hatte, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Rund zwei Drittel der davon betroffenen 1.500 Beschäftigten hätten die Bank bereits verlassen.

Einige hundert Stellen fallen zudem bei Töchtern wie dem Bremer Bankhaus Neelmeyer und der HVB Leasing weg. Diese Streichungen waren aber ebenfalls bereits auf den Weg gebracht worden.

Der Vorstand der HVB sei zuversichtlich, den nötigen Abbau über natürliche Fluktuation und mit Abfindungen bewerkstelligen zu können, sagten die Insider. 250 vakante Stellen seien in den vergangenen Monaten mit Blick darauf bereits nicht besetzt worden. Die HVB wollte sich zu Einzelheiten des Stellenabbaus nicht äußern. HVB-Chef Theodor Weimer will die Quartalszahlen und die Pläne für sein Institut erst am Donnerstag vorstellen. Konzernweit sollen 18.200 Arbeitsplätze wegfallen, davon 6.000 durch Verkäufe. Damit setzt UniCredit-Chef Federico Ghizzoni die angekündigte Überarbeitung seiner zu optimistischen Strategie um.

Bei Arbeitnehmervertretern stieß das Streichkonzert aus Mailand auf heftige Kritik: "Das Motto heißt im Moment offenbar Totsparen", sagte Verdi-Fachbereichsleiter Klaus Grünewald, der auch im Aufsichtsrat der HypoVereinsbank sitzt. "Der Eigentümer muss sich fragen lassen, was er mit der HVB eigentlich vorhat - ob er sie wirklich schätzt oder ob er sie einen langsamen Tod sterben lassen will." Von 60.000 Mitarbeitern nach der Fusion von Hypo-Bank und Vereinsbank 1998 blieben nach der neuerlichen Kürzungsrunde noch ein Viertel übrig. Auch der Teilrückzug aus Österreich und Osteuropa schade der HVB. "UniCredit vernichtet damit Werte auch in Deutschland."

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