Ungarn - Kritischer TV-Sender wird auf Regierungslinie gebracht

Budapest (APA) - Der bisher regierungskritische ungarische Fernsehsender Hir TV wird auf Regierungslinie gebracht. Wie Medien berichteten, haben am Mittwoch die "Umbauten" bei dem Nachrichtensender begonnen. Zwei prominente regierungskritische Moderatoren wurden demnach entlassen, alle Führungspositionen mit "verlässlichen" Personen neu besetzt.

Hir TV hatte bis vor kurzem dem mit Premier Viktor Orban verfeindeten Oligarchen Lajos Simicska gehört, war aber von diesem vor einigen Wochen an seinen langjährigen Geschäftspartner Zsolt Nyerges verkauft worden. Der bisherige Bau-, Medien- und Werbeunternehmer Simicska hatte sich laut Medienberichten dazu entschieden, sein gesamtes Firmenimperium an Nyerges zu übertragen.

Simicska, noch vor einigen Jahren einer der reichsten Männer Ungarns, war langjähriger enger Freund Orbans und Kassier der Regierungspartei Fidesz gewesen. Doch im Februar 2015 hatte er sich öffentlich mit dem Regierungschef überworfen und ihn unflätig beschimpft. Ab diesem Tag hatten die Medien Simicskas, die vorher Fidesz nahegestanden waren, offen kritisch über die Regierungspolitik berichtet.

Vor der ungarischen Parlamentswahl im April 2018 drohte der Unternehmer öfter mit einer "Atombombe" - offenbar einer Enthüllung, die Orbans politisches Ende markieren würde -, machte diese Versprechung aber nie wahr. Als am 8. April Fidesz erneut eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erhielt, entschied Simicska, den Kampf gegen Orban zumindest vorerst aufzugeben. Der Verkauf seiner Unternehmensanteile markiert offenbar eine weitere Konsequenz dieser Entscheidung.

Laut der Zeitung "Nepszava" hat der Orban-Intimfeind aber noch ein Atout im Ärmel: Er habe eine Videoaufnahme, in der er über seine Tätigkeiten mit Orban erzählt, "in mehreren Exemplaren in sichere Verwahrung" gebracht - diese sollte veröffentlicht werden, "falls mir etwas zustoßen sollte".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte