conwert zu deutschem Übernahmeoffert: Werden uns neutral verhalten

Bisher hat der österreichische Immobilienkonzern conwert das Übernahmeangebot der Deutsche Wohnen AG rundheraus als zu niedrig abgelehnt. Bei der Präsentation der Bilanz 2014 heute, Mittwoch, waren die Tonart schon etwas versöhnlicher: "Wir stellen uns nicht gegen das Angebot, wir werden uns neutral verhalten", sagte Verwaltungsratschefin Kerstin Gelbmann.

"Wir werden unsere Aktionäre auf alle Vorteile hinweisen, aber auch auf alle Nachteile", so Gelbmann. Der Angebotspreis bedeutet einen Abschlag von 27 Prozent auf den Net Asset Value (inneren Wert des Unternehmens, Anm.) von 15,70 Euro, kritisierte die Managerin. In dem Angebot der Deutschen "nicht berücksichtigt" seien der Stand-alone-Wert der conwert, die zu erwartenden Synergien sowie die bereits eingeleiteten Zinssenkungsmaßnahmen des Unternehmens, betonte Gelbmann.

Die Deutsche Wohnen AG bietet für die conwert 11,50 je Aktie für ein Paket von 85 Millionen Anteilsscheinen, also in Summe knapp 1 Mrd. Euro. Das ist ein Aufschlag von 21,4 Prozent auf den durchschnittlichen volumengewichteten Börsenkurs der vergangenen sechs Monate vor Bekanntgabe des Übernahmeofferts. Der Börsenkurs der vergangenen drei Jahre belief sich laut Gelbmann im Schnitt auf 9 Euro. "Wir fühlen uns wohl mit unserer Stand-alone-Position", bekräftigte die Vorsitzende des conwert-Verwaltungsrates.

Derzeit prüft der Steuerberatungskonzern BDO den Angaben zufolge noch die Angemessenheit des Angebotspreises. "Unsere Erklärung an die Aktionäre erfolgt spätestens am 1. April", also am Mittwoch in einer Woche, kündigte Gelbmann an. Das Papier sei jetzt schon 40 Seiten stark. "Wir werden unseren Aktionären ausführlich erläutern, welche Argumente dafür und welche dagegen sprechen, d. h. unsere Stellung wird neutral sein, allerdings ist der Stand-alone-Preis der conwert höher; wir können aber nicht vorhersagen, wie sich der Börsenkurs entwickeln wird, wenn das Angebot wegfällt", räumte Gelbmann ein.

Das milliardenschwere conwert-Übernahmeoffert der Deutschen läuft noch bis 15. April, 17.00 Uhr MESZ. Für die zu mehr als 95 Prozent zur conwert gehörenden Tochter Eco Business sind 6,35 Euro je Aktie geboten. Deutsche Wohnen will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie an conwert bekommen, für knapp 30 Prozent hat der Konzern bereits fixe Zusagen von Großaktionären.

Die conwert erlitt 2014 wegen negativer Zinssicherungsgeschäfte einen Konzernverlust nach Steuern in Höhe von 8,9 Mio. Euro - nach einem Gewinn von 13,3 Mio. Euro im Jahr davor. Bei der Eco Business verdoppelte sich der Nettoverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr von 6,6 auf 13,7 Mio. Euro.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

Newsticker

May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

Newsticker

Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

Newsticker

Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht